Der Klötzer Stadtrat hat in einer Sondersitzung zwei Bauvorhaben über das Bundesprogramm Bau-Turbo einstimmig befürwortet. Damit sollen in Klötze-Süd ein Einfamilienhaus und in Ristedt fünf barrierefreie Tiny-Häuser schneller realisiert werden können.
Bürgermeister Alexander Kleine hatte die Stadträte am Dienstag aus der Sommerpause zusammengerufen. Anlass waren nach seinen Worten nicht aufschiebbare Beschlüsse, die eine Teilnahme der Stadt am Bau-Turbo ermöglichen sollen. Mit dem Programm des Bundes soll die kommunale Eigenverantwortung gestärkt und zusätzlicher Wohnraum schneller geschaffen werden.
Stadt legt Kriterien für das Programm fest
Der Grundsatzbeschluss zur Teilnahme ist mit einem Kriterienkatalog verbunden. Die Verwaltung soll danach unter anderem darauf achten, dass Flächen nachhaltig genutzt werden und keine Zersiedelung entsteht. Gesetzliche Vorgaben zum Arten- und Denkmalschutz bleiben auch bei einer beschleunigten Genehmigung bestehen.
Vorhaben, für die eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist, sind vom Bau-Turbo ausgeschlossen. Außerdem müssen nachbarschaftliche Interessen berücksichtigt und das charakteristische Ortsbild gewahrt werden. Die Stadt kann ihre Zustimmung an Auflagen und Bedingungen knüpfen.
Zwei Projekte werden konkret unterstützt
Im Anschluss an den Grundsatzbeschluss stimmte der Stadtrat über zwei konkrete Anträge ab. Das Bauordnungsamt hatte beide Vorhaben zunächst nicht genehmigt, weil sie im Außenbereich liegen und kein Bebauungsplan vorhanden ist. Der Bau-Turbo ermöglicht in solchen Fällen, die ansonsten zeitaufwendige Bauleitplanung zu umgehen.
In Klötze-Süd geht es um ein Grundstück an der Hans-Fallada-Straße neben einem öffentlichen Spielplatz. Auf dem Gelände der früheren Ziegelei sollen die noch vorhandenen Gebäude abgerissen werden. An ihrer Stelle ist ein Einfamilienhaus mit 57 Quadratmetern Wohnfläche sowie einem Carport vorgesehen.
Das zweite Projekt liegt in Ristedt auf einem bereits bebauten Grundstück am Ortsrand nahe der Jeetze. Dort sollen fünf eingeschossige Tiny-Häuser entstehen. Die Gebäude sind barrierefrei und damit altersgerecht geplant. Jedes Haus soll über 57,5 Quadratmeter Grundfläche und einen Einzelcarport mit 18 Quadratmetern verfügen.
Das bestehende Gebäude auf dem Grundstück soll weiter genutzt werden. Auch der vorhandene Grünbestand soll erhalten bleiben. Einen Flächennutzungsplan gibt es für Ristedt zwar nicht, das Grundstück grenzt jedoch unmittelbar an Flächen, die dem Innenbereich zugeordnet sind.
Der Ortschaftsrat hatte das Vorhaben bereits beraten und bei zwei Anwesenden mit einem 1:1-Ergebnis abgestimmt. Ortsbürgermeister Enrico Liebert warb dennoch für das Projekt und verwies auf die Lage des Grundstücks. Beide Bau-Turbo-Projekte erhielten anschließend die einstimmige Unterstützung der Klötzer Stadträte.