In Beetzendorf wächst offenbar das Problem illegal entsorgten Grünschnitts. Seit rund einem Monat kostet die Abgabe in der Kompostieranlage Audorf Geld. In der Folge wurden an der Eichenallee drei große Anhängerladungen mit Grünschnitt in der Landschaft abgekippt. Auch an der Teerbrücke wurde ein entsprechender Haufen entdeckt.

Die Beobachtungen wurden in der jüngsten Sitzung des Bau-, Ordnungs- und Umweltausschusses der Gemeinde thematisiert. Besonders deutlich äußerte sich Ratsherr Jürgen Benecke. Er vermutet, dass sich einige Bürger die neuen Entsorgungskosten sparen wollen und ihre Gartenabfälle deshalb illegal abladen. Zugleich ist unklar, ob die Verursacher tatsächlich aus Beetzendorf stammen.

Forderung nach Unterstützung bei Entsorgungskosten

Benecke forderte die Gemeinde zum Handeln auf und verwies auf seinen bereits eingebrachten Vorschlag, zumindest einen Teil der Kosten für die ordnungsgemäße Entsorgung zu übernehmen. Zur Begründung führte er mögliche Mehreinnahmen aus der neuen Grundsteuer an. Die Gemeinde könne einen kleinen Teil davon an die Einwohner zurückgeben, argumentierte er. Zudem stellte sich für ihn bereits die nächste praktische Frage: Wie soll im Herbst mit den großen Mengen an Laub umgegangen werden?

„Die Leute legen vermehrt ihren Dreck überall ab“

Auch Christel Rosenbaum sprach sich gegen die illegalen Ablagerungen aus. Sie bezeichnete es als traurig, aus Protest seinen Müll überall abzuladen. Darin erkenne sie kein Zeichen von Heimatverbundenheit. Gleichzeitig gab sie zu bedenken, dass nicht zwingend Einwohner aus Beetzendorf für die Ablagerungen verantwortlich sein müssten.

Entsorgung in Audorf bleibt kostenpflichtig

Parallel laufen nach Angaben aus dem Ausschuss weiterhin Verhandlungen zwischen der Gemeinde Beetzendorf und dem Anlagenbetreiber Kommunalservice Hans Vornkahl. Rosenbaum schlug vor, den neuen Betriebsleiter der Kompostieranlage in den Bauausschuss oder den Gemeinderat einzuladen. Dort könnte er die Gründe für die Kostenpflicht erläutern. Alternativ könnten die Ratsmitglieder die Anlage besuchen. Der Vorschlag wurde von den Ausschussmitgliedern wohlwollend aufgenommen.

Ein erstes Gespräch zwischen Rosenbaum und dem Betriebsleiter fand bereits am Freitag, 7. August, statt. Rosenbaum informierte die AZ am Montag, 10. August, darüber. Sie beschrieb das Gespräch als angenehm. Der Betriebsleiter habe jedoch klargestellt, dass die Kostenpflicht endgültig sei. Die Anlage müsse wirtschaftlich arbeiten.

„Das muss man so jetzt akzeptieren.“

Nach Angaben des Betriebsleiters müsse eine vierköpfige Familie im Durchschnitt lediglich drei bis vier Euro pro Monat für die Entsorgung von Grünschnitt aufbringen. Rosenbaum verwies dagegen darauf, dass die Gemeinde weiterhin keinen Haushalt habe und eine finanzielle Unterstützung eine freiwillige Leistung wäre.

Die kostenlose Entsorgung habe es für die Bürger fast 30 Jahre lang gegeben. Nun habe sich die Situation verändert. Eine Entscheidung darüber, ob die Gemeinde die Einwohner künftig finanziell entlastet oder wie sie gegen illegale Ablagerungen vorgeht, wird in dem vorliegenden Bericht nicht genannt.