Für die Gelbe Tonne im Landkreis Stendal steht ein Betreiberwechsel bevor: Zum 1. Januar 2027 übernimmt Alba Niedersachsen-Anhalt das Einsammeln der Leichtverpackungen. Landkreis und ALS hoffen, dass damit die wiederkehrenden Probleme bei Abholung, Behältern und Mülltrennung zurückgehen.

Landrat Patrick Puhlmann und ALS-Geschäftsführer Hendrik Galster erklärten, der bisherige Betreiberwechsel solle ein neues Kapitel einleiten. Der Landkreis teilte mit, der Übergang zum neuen Entsorger werde eng begleitet und aufmerksam beobachtet. Ziel sei, dass die Umstellung für die Bürger möglichst reibungslos funktioniert.

Warum der Landkreis den Entsorger wechselt

Nach Angaben des Landkreises gab es seit der flächendeckenden Einführung der Gelben Tonne zahlreiche Fragen und Beschwerden. Zuvor waren im Landkreis bis 2014 überwiegend Gelbe Säcke genutzt worden. Von 2015 bis 2017 sammelte Cont-Trans die Leichtverpackungen ein. Seit 2018 und noch bis Ende 2026 ist der Recyclinghof Farsleben dafür zuständig.

Die Konflikte betrafen unterschiedliche Bereiche: Bürger beanstandeten unter anderem die richtige Trennung von Abfällen, kontrollierte und deshalb nicht geleerte Behälter sowie Straßen, die nicht angefahren worden seien. Auch nicht mitgenommene Beistellungen und Schwierigkeiten mit Styropor aus großvolumigen Verpackungen gehörten zu den wiederkehrenden Problemen. Zusätzlich sorgte die Kapazität der Gelben Tonnen für Streit.

In besonders problematischen Fällen gingen der Landkreis und die ALS gegen die Systembetreiber vor. Insgesamt wurden laut Quelle 38 Zwangsgeldverfahren eingeleitet. Hinzu kamen acht weitere Ankündigungen entsprechender Verfahren. Damit sollte die Bereitstellung notwendiger Behälter durchgesetzt werden.

Gerichtlicher Streit um mehr als 800.000 Euro

Auch juristisch setzte sich die ALS nach eigenen Angaben im Interesse der Gebührenzahler zur Wehr. Das Landgericht Stendal entschied im Januar 2024, dass Cont-Trans dem Grunde nach zum Schadensersatz verpflichtet ist. Ein Jahr später bestätigte das Oberlandesgericht Naumburg dieses Urteil. In dem Verfahren ging es um einen Schaden von mehr als 800.000 Euro.

Was sich für Haushalte zunächst nicht ändert

Für die Haushalte bleiben Tourenplan und Sortiervorgaben zunächst unverändert. Auch der Abholrhythmus bleibt bestehen: Die Gelben Tonnen sollen weiterhin alle 28 Tage geleert werden.

Offen ist dagegen, was mit den vorhandenen Behältern geschieht. Ob die bisherigen Gelben Tonnen zurückgegeben werden müssen oder neue Tonnen aufgestellt werden, will der Landkreis rechtzeitig bekannt geben. Bis zum Start des neuen Entsorgers sollen Landkreis und ALS den Übergang beobachten und begleiten.