Ein geschlossener Bahnübergang in Tangerhütte ist am frühen Sonntagabend nur knapp zum Schauplatz eines schweren Unfalls geworden. Ein Radfahrer überquerte die Gleise, obwohl sich ein Intercity mit mindestens 100 Kilometern pro Stunde näherte. Der Lokführer leitete eine Notbremsung ein und brachte den Zug gerade noch rechtzeitig zum Stehen.
Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei bei der Einfahrt in den Bahnhofsbereich von Tangerhütte im Landkreis Stendal. Der Radfahrer blieb unverletzt. Auch unter den Fahrgästen des IC wurde niemand verletzt. Der Lokführer erlitt jedoch einen Schock und musste abgelöst werden.
IC setzt Fahrt erst nach zwei Stunden fort
Wegen der Notbremsung blieb der Zug für knapp zwei Stunden in Tangerhütte stehen. Erst danach konnte er seine Fahrt fortsetzen. Die Störung wirkte sich laut dem Bericht auch auf den weiteren Bahnverkehr aus: Auf der Strecke verspäteten sich weitere Züge oder fielen aus.
Polizei ermittelt gegen 29-jährigen Radfahrer
Die Polizei konnte den 29 Jahre alten Radfahrer nach dem Vorfall ermitteln. Gegen den Mann besteht demnach der Anfangsverdacht eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen ihm laut Bericht im schlimmsten Fall strafrechtliche Konsequenzen bis hin zu einer Gefängnisstrafe.
Der Fall betrifft damit auch Bahnreisende aus dem Landkreis Stendal, die auf der Strecke unterwegs waren oder durch die Auswirkungen der Sperrung beziehungsweise des Zugstillstands verspätet ankamen. In einer früheren Fassung des Berichts war zunächst von einem ICE die Rede. Diese Angabe wurde korrigiert: Bei dem betroffenen Zug handelte es sich um einen IC.