Im Wahlkreis Stendal hat die AfD bei der Wahl rund 42 Prozent der Stimmen erreicht. Ihr Kandidat Matthias Büttner gewann mit diesem Ergebnis das Direktmandat. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 76 Prozent und damit auf einem außergewöhnlich hohen Niveau.
Am Wahlabend begann die Auszählung kurz nach 18 Uhr. Zunächst wurden vor allem kleinere Orte und Dörfer ausgezählt. Dort fällt der Anteil konservativer Stimmen erfahrungsgemäß höher aus. In Städten gibt es dagegen größere Anteile klassisch linker Wähler. Weil in den Städten absolut mehr Stimmen abgegeben werden, dauert die Auszählung dort länger.
AfD-Vorsprung schrumpft im Verlauf der Auszählung
Nach den ersten ausgezählten Orten lag die AfD zunächst bei fast 50 Prozent. Mit den weiteren Wahllokalen ging die Zustimmung jedoch nur leicht zurück. Eine deutlicher erkennbare Veränderung ergab sich bei der Auszählung der Briefwahlstimmen.
Die AfD hatte zuvor Zweifel an der Sicherheit der Briefwahl geäußert. Nach den ersten beiden ausgezählten Briefwahllokalen in Stendal sank ihr Anteil bei Erst- und Zweitstimmen jeweils um rund zwei Prozentpunkte. Er lag anschließend bei 45,1 beziehungsweise 44,9 Prozent und näherte sich damit dem Landesergebnis an.
Von der Briefwahl profitierte im Wahlkreis vor allem die CDU. Sie kam dort auf mehr als 30, teilweise sogar auf mehr als 40 Prozent. Die AfD lag bei der Briefwahl deutlich dahinter, erreichte aber weiterhin mehr als 20 Prozent und damit höhere Werte als die meisten anderen Parteien.
Welche Kandidaten über Listenplätze Chancen hatten
Das CDU-Ergebnis reichte nicht für einen Einzug über den Listenplatz: Thomas Weise stand auf Listenplatz 26 und blieb damit deutlich außerhalb des Landesparlaments. SPD-Kandidatin Juliane Kleemann hatte dank Listenplatz 4 bessere Aussichten.
Jasmin Blume und Claudia Bolde, die auf der Liste der Linken standen, werden nach dem im Artikel beschriebenen Stand ebenfalls nicht einziehen. Für Miriam Zeller von den Grünen blieb die Lage knapp. Sie stand auf Listenplatz 9. Am späteren Sonntagabend, noch bevor das vorläufige Endergebnis feststand, kam ihre Partei auf acht Sitze.
Matthias Büttner war dagegen nicht auf einen Listenplatz angewiesen. Mit rund 42 Prozent der abgegebenen Stimmen gewann der AfD-Kandidat das Direktmandat im Wahlkreis Stendal.