Im Altmärkischen Museum Stendal ist eine besondere Sonderausstellung eröffnet worden: Unter dem Titel „Areale“ zeigt die Einrichtung das textile Gesamtwerk der in Stendal geborenen Künstlerin Christiane Neumann. Zu sehen sind Arbeiten aus mehr als sechs Jahrzehnten. Damit kehrt das Werk der 1945 in Stendal geborenen Künstlerin in ihre Geburtsstadt zurück.
Ein Beispiel für Neumanns Arbeitsweise ist das Werk „Kreise“. Besucher können darin Faden um Faden entdecken. Die Arbeiten fallen nicht nur durch ihre textile Ausführung auf, sondern auch durch eine außergewöhnliche Farbdramaturgie, in der die Farbflächen miteinander in Beziehung treten.
Vom Modegeschäft der Eltern zur Kunst
Christiane Neumann wurde als Christiane Bettge 1945 in Stendal geboren. Ihre Eltern führten in der Stadt ein Modegeschäft. Nach Angaben des Berichts könnte dieser familiäre Hintergrund ihr Interesse am Textilen geprägt haben.
In Stendal absolvierte Neumann zunächst eine Lehre als Gebrauchswerberin. 1970 schloss sie in Berlin ein Studium als Diplom-Designerin ab. Vier Jahre später wurde sie Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR. Dies dokumentiert laut dem Bericht die Anerkennung ihrer eigenständigen Position in der damaligen Kunstszene.
Zu ihren beruflichen Stationen gehörten Designarbeiten für die DDR-Fluglinie „Interflug“. Ab 1976 arbeitete Neumann als freischaffende Grafikerin und Szenenbildnerin beim Deutschen Fernsehfunk in Adlershof. Dort entwickelte sie die Möglichkeiten textiler Gestaltung weiter.
Textile Arbeiten als Bildräume
Nach der deutschen Wiedervereinigung gründete Neumann gemeinsam mit befreundeten Künstlerinnen das Creativ Centrum Oranienburg. Die außerschulische Bildungseinrichtung bot unter anderem Mal- und Zeichenkurse sowie Patchworkkurse an. Neumann leitete das Zentrum von 1992 bis 2005 und arbeitete dort als Kultur- und Kunstvermittlerin.
Auch über die Ausstellung hinaus wurden Arbeiten der Künstlerin gewürdigt: Werke Neumanns wurden zum Lutherjubiläum in den Dauerbestand der Lutherstiftung in Wittenberg übernommen.
„Areale“ zeigt, wie Neumann alltägliches Patchwork aus dem Bereich der Sparsamkeit in eine eigenständige ästhetische Aussage überführt. Textilien, die zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit zählen, werden in ihren Arbeiten zu komplexen Bildräumen. Der Faden übernimmt die Funktion einer Linie, die Naht wird zur Zeichnung und das Gewebe zur Malerei. Licht scheint dabei aus den Stoffflächen selbst zu entstehen.
„Ich male mit Nadel und Faden“
Mit der Präsentation ihres Gesamtwerks in Stendal schließt sich nach Angaben des Altmärkischen Museums ein biografischer Kreis. Der Bericht datiert den Veröffentlichungsstand auf den 28. Juli 2026, 10:51 Uhr. Angaben zu Laufzeit, Öffnungszeiten oder einem konkreten Ende der Sonderausstellung enthält das vorliegende Material nicht.