Nach jahrelangen Verzögerungen kann der zweite Fluchtweg der Gardelegener Nikolaikirche fertiggestellt werden. Die letzten offenen Schritte seien nach einem Vor-Ort-Termin mit den zuständigen Behörden geklärt, berichtet die Altmark-Zeitung. Die Arbeiten sollen noch vor Beginn der Frostperiode abgeschlossen werden.
Die Tür führt aus der Kirchenruine in Richtung Gardelegener Wall. Einen weiteren Fluchtweg aus der Nikolaikirche zum Holzmarkt gibt es bereits. Der Weg zum Wall wurde nach Angaben von Klaus Bernstein vom Verein für Kultur- und Denkmalpflege bereits vor drei Jahren von der Kirche aus gepflastert. Auch die Tür war mit den zuständigen Ämtern abgestimmt worden.
Brandschutz machte zweiten Ausgang notwendig
Für Besucher der Veranstaltungen in der Kirchenruine stand bislang jedoch nur ein Fluchtweg zur Verfügung. Zwar kann der Ort auch über eine eingebaute Glaswand und anschließend über den Haupteingang verlassen werden. Dieser Weg führt zunächst ins Innere der Kirche und gilt deshalb nach Bernsteins Erklärung nicht als zweiter Fluchtweg nach außen.
Die dafür erforderliche Holztür wurde bereits vor einiger Zeit eingebaut. Sie war wegen der geltenden Brandschutzauflagen notwendig. Die Fertigstellung verzögerte sich dennoch, weil die Obere Denkmalschutzbehörde in Halle Widerspruch gegen das eingereichte Projekt eingelegt hatte.
Neue Ansprechpartner bringen Bewegung in das Projekt
Daraufhin wurde das Projekt umfangreich geändert und erneut bei den zuständigen Behörden vorgelegt. Inzwischen sind sowohl bei der Unteren als auch bei der Oberen Denkmalschutzbehörde neue Mitarbeitende für das Vorhaben benannt worden. Die zuvor zuständigen Beschäftigten waren in den Ruhestand gegangen.
Vor wenigen Tagen trafen sich die neuen Ansprechpartner vor Ort an der Nikolaikirche. Nach diesem Termin sei nun klarer, welche Schritte noch erforderlich sind. Die Tür kann damit fertiggestellt werden.
Auch die Farbgestaltung ist behördlich vorgegeben. Zunächst soll die Tür nach den Vorgaben der zuständigen Behörde gestrichen werden. Bei einer weiteren Begutachtung soll anschließend festgelegt werden, welche Farbe zur Angleichung aller Außentüren der Nikolaikirche verwendet wird. Mit diesem letzten Bauabschnitt wäre der zweite Fluchtweg abgeschlossen.