Die Feuerwehr in Arendsee steht weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Am 18. August soll die neue Risikoanalyse für die Feuerwehren der Einheitsgemeinde im Bau- und Ordnungsausschuss vorgestellt werden. Nach Einschätzung der Verwaltung wird das Papier allerdings kaum völlig neue Erkenntnisse bringen. Die zentralen Probleme sind seit Jahren bekannt und wurden bislang nur teilweise gelöst.

Besonders deutlich zeigt sich der Investitionsstau bei den Fahrzeugen. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge sind inzwischen deutlich älter als die in der bisherigen Risikoanalyse vorgesehene Nutzungsdauer von 25 Jahren. Die Stadtwehrleitung hatte bereits im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass einige Fahrzeuge diese Grenze um fünf Jahre oder mehr überschritten haben.

Defizite bei Fahrzeugen, Gebäuden und Löschwasser

Fachbereichsleiter Michael Niederhausen erklärte gegenüber der Altmark Zeitung, die fertige Analyse werde „wesentlich neue Erkenntnisse“ voraussichtlich nicht bringen. Weiterhin bestünden erhebliche Defizite bei Fahrzeugen, Ausrüstung und Gebäuden. Unverändert seien außerdem Schwierigkeiten bei der Tagesverfügbarkeit von Einsatzkräften und bei der Löschwasserversorgung.

Die bisherige Risikoanalyse hatte regelmäßige Ersatzbeschaffungen vorgesehen. Nach Darstellung der Quelle wurden diese Vorgaben jedoch nicht konsequent umgesetzt. Viele Maßnahmen blieben liegen, während der Investitionsbedarf weiter anwuchs. Die neue Untersuchung kommt damit zu einer Feuerwehr, deren Probleme sich über Jahre aufgebaut haben.

In der Vergangenheit wurde wiederholt darüber diskutiert, wann ein Feuerwehrfahrzeug tatsächlich als zu alt gelten muss. Vertreter der Feuerwehr forderten einen schrittweisen Austausch entsprechend den Vorgaben der Risikoanalyse. Aus dem Stadtrat kam dagegen der Vorschlag, Fahrzeuge 35 oder sogar 40 Jahre zu nutzen, sofern sie technisch noch einsatzfähig sind. Die Stadtwehrleitung warnte, eine solche Verlängerung würde das Problem lediglich in die Zukunft verschieben.

Analyse soll Grundlage für Entscheidungen werden

Die Risikoanalyse ist eine zentrale Grundlage für die weitere Entwicklung des Brandschutzes in der Einheitsgemeinde. Auf ihrer Basis sollen Entscheidungen über Fahrzeuge, Ausrüstung, Gerätehäuser, die Löschwasserversorgung und mögliche strukturelle Veränderungen getroffen werden.

Die Fertigstellung des Dokuments war mehrfach angekündigt und verschoben worden. Zwischenzeitlich stand sogar die Forderung im Raum, die Analyse extern erstellen zu lassen. Innerhalb der Feuerwehr war deshalb die Ungeduld gewachsen.

Zusätzlichen Unmut löste die geringe politische Beachtung der bisherigen Analyse aus. Der stellvertretende Stadtwehrleiter Volker Prange fragte, welcher Stadtrat sich bereits intensiver mit dem Dokument befasst habe. Die anschließende Diskussion habe erkennen lassen, dass vielen Ratsmitgliedern die alte Risikoanalyse offenbar nicht besonders vertraut war.

Niederhausen verbindet die Vorstellung der neuen Analyse mit einer konkreten Forderung: Die Mittel aus dem Sondervermögen in Höhe von rund 4,2 Millionen Euro sollten weitgehend für den Brandschutz eingesetzt werden. Entscheidend wird am 18. August daher weniger sein, welche Risiken das Papier beschreibt. Im Mittelpunkt dürfte vielmehr stehen, ob der Stadtrat diesmal bereit ist, die daraus folgenden Maßnahmen tatsächlich einzuleiten.