In Bismark wird aus einem unsanierten DDR-Wohnblock ein Wohnhaus mit modernem Komfort: Bauunternehmer Bastian Behnert lässt an der Straße der Solidarität 24 Wohnungen sanieren und baut zusätzlich Aufzüge an. Die ersten acht Wohnungen im ersten Hauseingang sollen noch bis zum Jahresende bezugsfertig werden.

Behnert hat den Block im Februar 2025 von der Stadt erworben und investiert nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Euro in das Projekt. Die Sanierung läuft seit dem Winter 2025. Der Zeitplan hat sich nach seinen Angaben unter anderem wegen des langen Winters sowie wegen notwendiger Bauvorbereitungen und Genehmigungen verzögert.

24 Wohnungen mit Aufzügen und ebenerdigen Duschen

Der Wohnblock wird vollständig saniert. Geplant sind 24 Wohnungen mit jeweils 60 Quadratmetern. Jede Wohnung soll einen Balkon erhalten. Vorgesehen sind außerdem Fußbodenheizungen, dreifach verglaste Fenster mit Rollläden und ebenerdige Duschen.

Die Wohnungen sollen nach Angaben des Bauunternehmers als „barrierearm“ angeboten werden. Als vollständig barrierefrei dürfen sie nicht bezeichnet werden, weil die Türen dafür zu schmal sind. Rollstuhlfahrer sollen die Türen dennoch passieren können. Die Fassade wird zusätzlich von außen gedämmt.

Die neuen Fahrstühle sollen den Zugang zu allen Wohnungen ohne Treppen ermöglichen. Die dafür nötigen Baugenehmigungen lagen zuletzt vor. Das Treppenhaus bleibt trotzdem erhalten, sodass Bewohner die Treppen weiterhin nutzen können.

Pelletheizung, Wärmepumpe und Solarstrom

Auch die Energieversorgung des Gebäudes wird erneuert. Der Block soll eine Pelletheizung und eine Wärmepumpe bekommen. Auf dem Dach ist außerdem eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Den erzeugten Strom will Behnert an die Mieter verkaufen. Nach seiner Einschätzung sollen die technischen Neuerungen dazu beitragen, die Energiekosten bezahlbar zu halten.

Die Arbeiten übernimmt Behnert überwiegend mit seinen eigenen Mitarbeitern. Ausgenommen sind die Heizungs- und Elektroarbeiten. In seinem Unternehmen beschäftigt der Bauunternehmer zehn Angestellte und zwei Auszubildende. Erfahrung mit der Sanierung von Wohnblöcken hat die Firma unter anderem durch Arbeiten für die Gardelegener Wohnungsbaugesellschaft gesammelt.

Kontrollen auf der Baustelle und Klarstellung zu Gerüchten

Auf der Baustelle war nach Angaben Behnerts mehrfach die Gewerbeaufsicht. Festgestellte Mängel seien umgehend behoben worden. Der für die Dacharbeiten eingesetzte Kran habe inzwischen eine neue TÜV-Prüfung erhalten.

In Bismark kursierten außerdem Gerüchte, Behnert habe auch die beiden anderen unsanierten Wohnblöcke an der Straße gekauft und wolle deren Mieter verdrängen. Das weist der Bauunternehmer zurück. Er habe ausschließlich das eine Gebäude erworben und plane dort die beschriebene Sanierung.

Eine Förderung erhält das Projekt nach seinen Angaben nicht. Für Maßnahmen wie den Einbau von Aufzügen gebe es derzeit keine entsprechende Förderung. Finanziert wird das Vorhaben demnach unter anderem über einen KfW-Kredit, dessen Zinsen günstig seien.

Auf den Wohnblock war Behnert über einen Bekannten aufmerksam geworden. Nach einem ersten Kontakt zum Bismarker Ortsbürgermeister kam der Kontakt zur Stadt zustande. Der Bauunternehmer erklärte, er habe ursprünglich schneller vorankommen wollen. Sein unmittelbares Ziel bleibt, den ersten Hauseingang noch in diesem Jahr fertigzustellen und die acht Wohnungen anschließend zu vermieten.