Für den Verkehr zwischen Geestgottberg in Sachsen-Anhalt und Wittenberge in Brandenburg steht eine langfristige Veränderung bevor: Die etwa 40 Jahre alte Elbebrücke der Bundesstraße 189 wird ab Dienstag, 8. September 2026, vollständig gesperrt. Anschließend beginnt der Abriss des Bauwerks. Auch für Menschen aus dem Raum Stendal ist die Verbindung über die Elbe eine wichtige regionale Verkehrsachse, die während der Bauzeit nicht genutzt werden kann.

Eine Umleitung ist bereits vorbereitet. Die A 14 zwischen den Anschlussstellen Seehausen-Nord und Wittenberge steht seit Montagnachmittag für den Umleitungsverkehr zur Verfügung. Zusätzlich sind die Anliegergemeinden über eine eigens errichtete Behelfszufahrt angebunden. Damit soll verhindert werden, dass die Anwohner während der Bauarbeiten weite Umwege fahren müssen.

Zwei Wochen Vorbereitung vor dem eigentlichen Rückbau

In den ersten zwei Wochen nach der Sperrung werden Materialproben genommen. Sie dienen dazu, die Ausbaustoffe zu deklarieren. Außerdem setzen die Arbeiter Hilfsstützen unter die Brücke. Diese werden sowohl für den Rückbau des alten Bauwerks als auch für den späteren Neubau der Strombrücke benötigt.

Danach wird die Brücke schrittweise zurückgebaut. Zunächst wird der Asphalt auf der gesamten Länge abgefräst. An der Vorland- und der Strombrücke werden anschließend Fahrzeugrückhaltesysteme, Geländer und Brückenkappen entfernt. Die Vorlandbrücke besteht aus einer Stahlverbundkonstruktion. Dort soll die Fahrbahnplatte feldweise abgebrochen werden – beginnend am Trennpfeiler zwischen Vorland- und Strombrücke. Danach wird die Stahlkonstruktion ausgehoben und in transportfähige Teile zerlegt. Zum Abschluss werden Pfeiler und Fundamente zurückgebaut.

92-Meter-Segment wird auf Ponton abgesenkt

Der Rückbau der Strombrücke erfolgt in mehreren Etappen. Zuerst wird ein rund 92 Meter langes Segment aus dem Stromfeld herausgetrennt. Es soll auf einen Ponton abgesenkt, an Land gebracht und dort für den Weitertransport zerlegt werden. Danach werden die beiden verbliebenen Randfelder herausgezogen: das nördliche nach Norden, das südliche nach Süden.

Für den vollständigen Rückbau beider Teilbauwerke sind voraussichtlich acht Monate eingeplant. Die Arbeiten sollen im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein. Der anschließende Ersatzneubau wird nach derzeitiger Planung weitere rund zweieinhalb Jahre dauern. Im Herbst 2029 soll die neue Brücke für den Verkehr freigegeben werden.

Die Gesamtkosten für Abriss und Neubau sowie für den Ausbau der Straßenanschlüsse auf sachsen-anhaltischer und brandenburgischer Seite belaufen sich voraussichtlich auf rund 120 Millionen Euro.

Sachsen-Anhalts Verkehrsministerin Lydia Hüskens (FDP) lobte am Dienstag in Magdeburg die Vorbereitung des Projekts und die Zusammenarbeit mit den beteiligten Stellen. Sie verwies außerdem darauf, dass für die Elbanrainer eine Lösung gefunden worden sei, um lange Umwege während der Bauzeit zu vermeiden.