Der Gardelegener Fliegerclub wächst deutlich: Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl der Vereinsmitglieder mindestens verdoppelt. Inzwischen zählt der Club mehr als 67 Mitglieder und plant deshalb eine neue Fahrzeughalle. Die Arbeiten sollen im Herbst beginnen, die Fertigstellung ist für Mai des kommenden Jahres vorgesehen.
Bekannt wurde die Entwicklung beim Flugplatzfest, das am Samstag und Sonntag zahlreiche Besucher anzog. Dort waren Ultraleicht-, Segel- und Motorflugzeuge zu sehen. Zu den Gastflugzeugen gehörten eine Antonow An-2 der Fliegerfreunde aus Ballenstedt und eine Yakovlev Yak 52. Mit beiden Maschinen wurden auch Rundflüge angeboten.
Ein Besucher bekam dabei einen besonderen Einblick: Kilian Hameister aus Hannover durfte sich in ein Flugzeug setzen und sich von Emmi Wiessel vom Fliegerclub alles zeigen lassen. Sein Vater Jens Hameister berichtete, Kilian sei bereits mehrfach mit kleineren Flugzeugen geflogen. Am Samstag wollte er außerdem noch die Antonow sehen – kurz darauf landete die Maschine auf dem Flugplatz.
Mehr Mitglieder und neue Flugangebote
Der Verein hat derzeit mehr als 20 Piloten. Auch viele junge Menschen gehören inzwischen zum Fliegerclub. Ein Angebot trägt offenbar dazu bei: Beim Programm „Pilot für einen Tag“ können Interessierte den Vereinsbetrieb kennenlernen. Einige Teilnehmer traten anschließend dem Club bei.
Andrea Oermann ist selbst seit dem vergangenen Jahr Mitglied und macht ihren Motorflugschein. Sie führt das Wachstum auf die Gemeinschaft im Verein zurück und sagte: „an der tollen Gemeinschaft“. Die Mitglieder würden am Wochenende laut ihrer Schilderung glücklich vom Flugplatz nach Hause fahren.
Für die Ausbildung gibt es derzeit sieben Schüler für Ultraleichtflugzeuge, neun für Segelflugzeuge und fünf für Motorflugzeuge. Die Ultraleicht-Flugschule besteht erst seit Ende 2025. Sie wurde eingerichtet, nachdem Piloten die notwendige Lehrberechtigung erhalten hatten und eine entsprechende Nachfrage bestand. Ein Schüler hat die Ausbildung im Mai bereits abgeschlossen.
Förderung für die neue Fahrzeughalle
Der Fliegerclub hat außerdem eine Winde für den Segelflug angeschafft. Damit können Starts und Landungen einfacher und günstiger als mit einem Schleppflugzeug durchgeführt werden. Vor allem Flugschüler profitieren davon, weil sie Start und Landung wiederholt üben müssen. Für die Winde wurden ein Unterstand gebaut und ein Tower angeschafft.
Die neue Fahrzeughalle soll neben dem bestehenden Gebäude entstehen und insgesamt 130.000 Euro kosten. Rund 80.000 Euro sollen aus Fördermitteln von Leader und Lotto Toto Sachsen-Anhalt kommen. Zusätzlich finanziert der Verein das Vorhaben über Sponsoring, Spenden und Einnahmen aus dem Segelfluglager.
Zum Zeitpunkt des Berichts wartete der Club noch auf die endgültige Freigabe und den Zuwendungsbescheid des ALFF. Die Erdarbeiten und der Tiefbau sollen im Herbst von den Mitgliedern in Eigenleistung übernommen werden. Die Halle wird nach Angaben des Vereins benötigt, weil durch die Ultraleicht-Flugschule und das Wachstum mehr Flugzeuge untergebracht werden müssen.