Kann eMethanol künftig fossiles Heizöl in bestehenden Gebäuden ersetzen? Dieser Frage geht die Hochschule Magdeburg-Stendal im Forschungsprojekt „GreeMetHome“ nach. Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann überreichte dafür am Freitag einen Förderbescheid über gut eine Million Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Bestehende Heizungen sollen weiterlaufen

Im Mittelpunkt steht die Frage, welche technischen Veränderungen an vorhandenen Heizungsanlagen notwendig wären. Ziel ist, bestehende Systeme möglichst einfach umzurüsten und die vorhandene Infrastruktur weiterzuverwenden. Damit richtet sich das Vorhaben vor allem an den Gebäudebestand.

Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums heizen rund zwei Drittel der deutschen Haushalte weiterhin mit fossilem Gas oder Öl. Besonders im ländlichen Raum spielt Heizöl demnach noch eine große Rolle. Die Forschenden wollen deshalb prüfen, ob eMethanol technisch und wirtschaftlich eine tragfähige Alternative sein kann.

Forschung soll gesamte Prozesskette abbilden

Geleitet wird das Projekt von Przemyslaw Komarnicki und Jürgen Wiese. Das Team entwickelt ein technisches, digitales und wirtschaftliches Gesamtkonzept. Untersucht werden die Erzeugung, Speicherung und Beförderung des Brennstoffs sowie seine spätere Nutzung in Gebäuden.

Geplant ist außerdem ein Demonstrator, der die gesamte Prozesskette praktisch abbildet. Ein Sanierungsleitfaden soll mögliche Umrüstungen vorhandener Heizungsanlagen beschreiben. Wirtschaftlichkeitsanalysen sollen zeigen, unter welchen Bedingungen sich der Einsatz von eMethanol rechnen könnte.

Förderprogramm bewilligt bisher 73 Projekte

Sachsen-Anhalt sieht mögliche Verbindungen zur heimischen Chemieindustrie. Ob daraus eine wirtschaftliche Herstellung und Anwendung im größeren Maßstab entstehen kann, soll das Forschungsprojekt erst klären.

Die Förderung stammt aus dem Programm „Sachsen-Anhalt Wissenschaft STEP“. Dafür stellt das Land Hochschulen und Forschungseinrichtungen insgesamt 85 Millionen Euro aus EU-Mitteln für strategische Forschungs- und Innovationsprojekte bereit. Seit dem Programmstart im September 2025 gingen laut Ministerium mehr als 200 Anträge ein; bislang wurden 73 Forschungsprojekte bewilligt.