Beim Training auf dem Beachvolleyballplatz hinter der Turnhalle in Kalbe standen am Montag plötzlich vier Kätzchen im Mittelpunkt. Die drei roten und ein schwarze Tiere liefen den Volleyballern immer wieder aufs Feld, ließen sich hochnehmen und folgten den Sportlern bis zum Container. Inzwischen haben alle vier ein neues Zuhause gefunden.

Die Kätzchen waren bereits da, als die Kalbenser Volleyballer zum Training kamen. Nach Angaben von Moritz Behrendt waren sie sehr zutraulich und rieben sich an den Beinen der Sportler. Zwei Tiere seien besonders offen gewesen, zwei weitere etwas zurückhaltender, aber nicht vollständig ängstlich. Weil die Kätzchen immer wieder auf das Spielfeld liefen, mussten die Sportler sie mehrfach zurücktragen. Einer der Volleyballer passte schließlich auf, dass sie nicht erneut auf das Feld liefen.

Suche nach Besitzer oder Mutter blieb erfolglos

Eine Mutterkatze oder ein Besitzer war zunächst nicht zu sehen. Die Sportler fragten deshalb in der Nachbarschaft nach. Ein Anwohner berichtete, dass die Tiere bereits einige Tage zuvor kurz in seinem Garten gewesen seien. Andere Einwohner hatten die Kätzchen nach Angaben der Volleyballer am Petersberg-Spielplatz, am Basketballplatz sowie zwischen den Schulen und dem Hort gesehen.

Damit waren die Tiere offenbar schon mehrere Tage in Kalbe unterwegs. Eine Einwohnerin hatte zudem in einer Facebook-Gruppe gemeldet, dass die Kätzchen in Kalbe herumirrten, und darum gebeten, dass sich ein Besitzer meldet. Eine Rückmeldung gab es laut dem Bericht jedoch nicht.

Behrendt vermutete wegen der Zutraulichkeit, dass die Kätzchen absichtlich ausgesetzt worden sein könnten. Die Sportler überlegten zunächst, ob sie die Tiere mitnehmen, weiter abwarten oder das Tierheim informieren sollten. Noch am selben Abend entschieden sie sich für die Aufnahme: Behrendt nahm zwei Kätzchen bei sich auf, zwei Sportlerinnen adoptierten jeweils eines.

Neue Besitzer versorgen die Findelkinder

Die Tiere waren nicht ausgehungert, aber etwas dünn. Sie tranken am Abend viel und fraßen anschließend sehr eifrig, was laut Behrendt auf eine mögliche Dehydrierung hindeutete. Außerdem erhielten sie eine Flohkur. Für die Versorgung standen unter anderem Kratzbäume, ein Katzenklo, Katzenbetten und Spielzeug bereit.

Behrendt hatte zunächst drei Kätzchen mitgenommen, weil eine der Sportlerinnen, die später eines adoptierte, beim Training nicht dabei gewesen war. Inzwischen seien die Tiere gut in ihren neuen Zuhause angekommen. Besonders die kleinen Spielbälle hätten es seinen beiden Kätzchen angetan: Mit ihnen spielten sie „unentwegt“.

Das Aussetzen von Katzen ist laut dem Bericht eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Für ausgesetzte Tiere besteht demnach unter anderem die Gefahr, zu verhungern, zu verdursten, verletzt oder getötet zu werden oder sich mit Krankheiten zu infizieren.