Während viele Krankenhäuser in Deutschland ihre Patientenzimmer im Sommer nur unzureichend kühlen können, hat das Krankenhaus Seehausen nach eigenen Angaben bereits umfangreiche Maßnahmen gegen Hitze umgesetzt. Alle Patientenzimmer und Arbeitsbereiche in Südausrichtung sind mit Außenjalousien ausgestattet. Außerdem gibt es zweimal pro Woche einen Eiswagen für Patienten, Mitarbeiter und Besucher.
Die Klinik befindet sich am Dr.-Albert-Steinert-Platz. Auf Nachfrage erklärte Diana Scholz, die im Unternehmen unter anderem für die Kommunikation zuständig ist, dass die Außenjalousien bereits vor einigen Jahren nachgerüstet wurden. Sie sollen die direkte Sonneneinstrahlung auf die nach Süden ausgerichteten Räume begrenzen.
Welche Technik im Krankenhaus Seehausen zum Einsatz kommt
Auch bei der Klimatisierung hat das Krankenhaus nachgebessert. In den Schwesternstützpunkten der Stationen wurden vor einigen Jahren Klimaanlagen installiert. Bereits zuvor waren entsprechende Anlagen im Operationssaal und auf der Intensivstation vorhanden.
Die Klinik kombiniert die technische Kühlung mit weiteren Maßnahmen. Im Eingangsbereich und auf den Stationen steht Wasser bereit. Für Patienten gibt es zusätzlich gekühlte Getränke. Gezieltes Lüften in den Morgenstunden soll dabei helfen, die Temperaturen in den Räumen erträglicher zu halten. In den Flurbereichen kommen außerdem Ventilatoren zum Einsatz.
Eiswagen kommt dienstags und donnerstags
Eine besondere Maßnahme ist der Eiswagen. Er kommt zweimal wöchentlich, jeweils dienstags und donnerstags, in die Klinik. Das Angebot richtet sich an Mitarbeiter, Besucher und Patienten und soll für eine zusätzliche Abkühlung sorgen.
Der Bericht über das Krankenhaus Seehausen steht vor dem Hintergrund einer bundesweiten Erhebung zum Hitzeschutz in Kliniken. Nach einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts können 59 Prozent der Krankenhäuser keines ihrer Patientenzimmer kühlen. In den übrigen 41 Prozent lassen sich im Mittel elf Prozent der Räume kühlen, etwa über Klimaanlagen.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die die Studie in Auftrag gegeben hatte, kritisierte die unzureichende Finanzierung der Investitionskosten. DKG-Chef Gerald Gaß verwies darauf, dass die Länder gesetzlich für Kosten etwa von Bauten und technischer Infrastruktur zuständig seien, derzeit aber gerade 60 Prozent dieser Kosten gedeckt würden.
Nach den Angaben aus der Erhebung ist aktive Raumkühlung in Allgemeinkrankenhäusern mit 44 Prozent weiter verbreitet als in psychiatrischen Einrichtungen, wo der Anteil bei 27 Prozent liegt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft forderte entschlossenes Handeln, damit Kliniken bis zum Sommer 2027 ihre Gebäude mit Kühltechnik nachrüsten können. Das Krankenhaus Seehausen verfügt nach den vorliegenden Angaben bereits über mehrere auf Hitze ausgerichtete Schutzmaßnahmen.