Die Marktgasse in der Perleberger Altstadt ist ab sofort für den Autoverkehr gesperrt. Die zunächst auf sechs Monate begrenzte Testphase soll zeigen, ob der Bereich ohne Autos mehr Aufenthaltsqualität, Begegnung und Erholung ermöglicht – und wie Anwohner, Gewerbetreibende und Besucher die Veränderung annehmen.

Die Stadt hat das Vorhaben als Reallabor angelegt. Damit ist die spätere Zukunft der Verkehrsregelung noch offen: Während des Experiments sollen Erfahrungen gesammelt und ausgewertet werden, bevor über eine dauerhafte Lösung entschieden wird.

Neue Sitzplätze und Pflanzen für die Marktgasse

Die veränderte Nutzung der Altstadtgasse wurde von Bürgern mit vorbereitet. In den vergangenen Monaten bauten mehr als 20 Menschen unterschiedlichen Alters im ehrenamtlichen „Team StadtMöbel“ Sitzgelegenheiten und Pflanzkübel auf und bepflanzten sie. Auch lokale Akteure unterstützten die Umsetzung.

Danny Maudrey von Speicher Antik-Möbel Perleberg stellte Europaletten als Fundamente für die Stadtmöbel bereit. Weitere Bepflanzungen übernimmt Aga Friedrich von der Hohenvier Blumenfarm.

Die neuen Sitzmöglichkeiten eröffnen Anwohnern und Besuchern einen Platz zum Verweilen mit direktem Blick auf das Rathaus und die St. Jacobi Kirche. Ein Bereich, der bisher vor allem vom Autoverkehr geprägt war, soll dadurch stärker als öffentlicher Aufenthaltsraum genutzt werden.

Gastronomie und Rückmeldungen während des Tests

Auch die umliegende Gastronomie könnte von der autofreien Marktgasse profitieren. Nach Angaben der Stadt plant das Raffinarium bereits ein eigenes außengastronomisches Angebot in dem Bereich.

Während der sechsmonatigen Erprobung will die Stadt beobachten, wie Bürger, Gewerbetreibende und Anlieger die neue Fläche und Verkehrsführung annehmen. Die Menschen können den Prozess aktiv begleiten und Rückmeldungen, Vorschläge oder Kritik beim StadtLabor Perleberg einreichen.

  • Rückmeldungen sind per E-Mail möglich.
  • Donnerstags können Bürger ihre Anliegen außerdem persönlich am Standort in der Bäckerstraße 37 vorbringen.

Die Sperrung gilt damit zunächst als zeitlich begrenzter Versuch. Erst die Erfahrungen aus dem Reallabor werden zeigen, ob die Marktgasse dauerhaft autofrei bleiben könnte.