Behördengänge, Informationen und digitale Verwaltungsleistungen des Landes Sachsen-Anhalt sollen künftig zentraler erreichbar sein. Seit dem 10. August ist dafür ein neues Landesportal online. Bürger und Unternehmen in Stendal erhalten damit einen modernisierten Zugang zu den digitalen Angeboten des Landes – vorausgesetzt, die für sie relevanten Dienste werden schrittweise dort eingebunden.

Das Portal soll Informationen und Verwaltungsleistungen stärker miteinander verknüpfen und leichter auffindbar machen. Für Nutzer geht es nach Angaben des Landes deshalb nicht nur um eine neue technische Oberfläche. Verschiedene staatliche Angebote sollen künftig gebündelter an einer zentralen Stelle erreichbar sein.

Bundesportal als technische Grundlage

Sachsen-Anhalt hat das Portal nicht vollständig eigenständig neu entwickelt. Technische Grundlage ist die Infrastruktur des Bundesverwaltungsportals, die an die Anforderungen des Landes angepasst wurde. Umgesetzt wurde das Projekt durch das Ministerium für Infrastruktur und Digitales gemeinsam mit dem Bund und der Bundesdruckerei GmbH.

Nach Angaben des Landes ist Sachsen-Anhalt das erste Bundesland, das die Infrastruktur des Bundesverwaltungsportals für sein eigenes Landesportal mitnutzt. Grundlage ist eine Verwaltungsvereinbarung, die Sachsen-Anhalt bereits 2025 mit dem Bund geschlossen hatte.

Die übernommene Technologie wurde für das Landesportal erweitert. Dadurch können neben Verwaltungsleistungen auch redaktionelle Inhalte des Landes eingebunden und gepflegt werden. Die Plattform soll damit zwei Aufgaben verbinden: digitale Behördenleistungen bereitzustellen und über staatliche Themen zu informieren.

Ausbau soll in den kommenden Monaten weitergehen

Mit dem Start ist das Projekt noch nicht abgeschlossen. In den kommenden Monaten sollen weitere Inhalte, Fachportale und Onlinedienste des Landes schrittweise an die zentrale Plattform angebunden werden. Die aktuelle Freischaltung ist damit als Ausgangspunkt für einen längerfristigen Ausbau angelegt.

Für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen in Stendal wird der praktische Nutzen vor allem davon abhängen, welche Leistungen tatsächlich über das Portal erreichbar werden und wie schnell sie dort gefunden werden können. Das Land verfolgt nach eigener Darstellung das Ziel, den Zugang zu Verwaltungsleistungen zu vereinheitlichen, statt digitale Angebote ausschließlich auf unterschiedlichen Fachseiten bereitzustellen.

Auch die Bundesdruckerei setzt bei dem Projekt auf die Wiederverwendung bereits entwickelter Technologie. Nach ihrer Einschätzung können Länder die Infrastruktur des Bundesportals übernehmen und an eigene Anforderungen anpassen. Dadurch sollen Zeit und Kosten gespart werden. Ob dieser Ansatz auch für andere Bundesländer interessant ist, hängt davon ab, ob dort vergleichbare technische Strukturen übernommen werden.

Für die Nutzer wird sich der Erfolg des neuen Landesportals letztlich daran messen lassen, wie einfach die gesuchte Leistung erreichbar ist und wie konsequent weitere Dienste integriert werden. Der Start am 10. August markiert daher vor allem den Beginn des weiteren Ausbaus.