Durch die Umleitung für Mellin rollen derzeit deutlich mehr Lastwagen durch Neuferchau und Kunrau. Anwohner berichten von wachsendem Lärm, klappernden Gullydeckeln und Häusern, die durch den Verkehr vibrieren. Die Ortschaftsräte wollen deshalb ein temporäres Tempolimit für Lkw auf der jeweiligen Ortsdurchfahrt beantragen.

In Kunrau wurde der Wunsch nach einer zeitlich begrenzten Geschwindigkeitsbeschränkung bei der Auswertung von Geschwindigkeitsmessungen im jüngsten Ortschaftsrat angesprochen. Am Dienstagabend war das Thema anschließend auch Gegenstand der Sitzung des Neuferchauer Ortschaftsrats.

Anwohner sorgen sich um den Schulweg

Besonders problematisch ist die Situation nach Einschätzung der Neuferchauer im Bereich der Bushaltestelle. Dort müssen viele Kinder auf dem Schulweg die Ortsdurchfahrt überqueren. Nach den Ferien könnte die erhöhte Zahl von Fahrzeugen und Lastwagen die Lage zusätzlich verschärfen.

Ein Einwohner schilderte während der Fragestunde die Auswirkungen auf die Häuser an der Dorfstraße: Das ganze Haus vibriert, sagte er. Außerdem würden die Gläser in den Schränken wackeln. Die Ortschaftsräte unterstützten seine Beschwerde. Als Ursache für den Lärm wurden unter anderem Gullys und Straßeneinläufe genannt. In Neuferchau liegen die Schächte laut dem Bericht so auf der Fahrbahn, dass Lastwagenreifen darüberrollen müssen. Beim Ausweichen überfahren die Räder demnach den danebenliegenden Bereich.

Antrag beim Altmarkkreis angekündigt

Neuferchaus Ortsbürgermeisterin Heidelore Hanner informierte die Sitzung darüber, dass für Kunrau bereits ein Antrag auf ein temporäres Tempolimit beim Altmarkkreis eingereicht worden sei. Sie schlug vor, dass Neuferchau sich diesem Antrag anschließt. Zuständig für verkehrliche Anordnungen und die Beschilderung ist nach Angaben aus dem Klötzer Ordnungsamt der Altmarkkreis.

Ob eine dauerhafte Reduzierung der Geschwindigkeit möglich ist, blieb dagegen offen. Dominique Gruss, Sachgebietsleiterin im Klötzer Ordnungsamt, machte laut Bericht nur begrenzte Hoffnung. Wenn die Bauarbeiten in Mellin abgeschlossen sind, dürfte die Verkehrsbelastung wieder zurückgehen. Damit wäre die aktuelle Begründung für eine dauerhafte Regelung möglicherweise nicht mehr gegeben.

Warum Klötze bereits Tempo 30 für Lkw hat

Die Kunrauer fragten außerdem, weshalb auf der Oebisfelder Straße in Klötze bereits eine Beschränkung auf 30 km/h für Lastwagen gilt, in Kunrau aber nicht. Als Grund wurde die Beschaffenheit der Straße genannt. Voruntersuchungen hätten ergeben, dass der betroffene Abschnitt die starke Belastung durch den Lkw-Verkehr nicht mehr ausreichend aushält. Deshalb wurde die Begrenzung in Klötze unmittelbar angeordnet.

Zusätzlich soll in der kommenden Woche die städtische Smileytafel wieder in Neuferchau aufgestellt werden. Geplant ist der Ortseingang aus Richtung Kusey. Der genaue Standort muss noch festgelegt werden, weil zunächst eine geeignete Straßenlaterne gefunden werden soll.