Ein Supermarkt in der Breiten Straße in Salzwedel zieht Kunden aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern an. Der Grund ist ein Sortiment, das im regulären deutschen Handel nur schwer zu finden ist: Im Sultan-Markt von Kassem Aldagher gibt es orientalische Lebensmittel und eine große Auswahl an Halal-Produkten.
Der 48-jährige Inhaber betreibt das Geschäft nach eigenen Angaben seit dreieinhalb Jahren. Aldagher stammt aus Syrien und lebt seit elf Jahren in Deutschland. Nach seiner Ankunft war er zunächst in Uelzen ansässig und suchte nach einer Geschäftsidee. Mit dem Sultan-Markt wollte er eine Versorgungslücke für Menschen schließen, die Lebensmittel aus ihren Herkunftsländern suchen.
Reis, Fladenbrot und eingelegte Spezialitäten
Das Angebot richtet sich nicht an eine einzelne nationale Gruppe. Arabische, türkische, afghanische und afrikanische Kunden finden dort unter anderem aromatischen Reis, Fladenbrot, süßes Gebäck und spezielle Konserven. Dazu gehören eingekochte Oliven und Auberginen sowie eingelegte Weinblätter.
Nach Aldaghers Beobachtung greifen arabische Kunden besonders häufig zu Reis. Türkische Kunden kaufen vor allem Tee. Reis, Tee und Fladenbrot gehören insgesamt zu den Produkten, die besonders oft über die Ladentheke gehen.
Eine zentrale Rolle spielt außerdem Halal: Dabei handelt es sich um Lebensmittel, die nach islamischen Regeln erlaubt oder zulässig sind. Muslimische Kunden kommen laut dem Bericht gezielt in den Markt, weil sie dort entsprechende Produkte in großer Auswahl finden.
Deutsche Kunden kaufen bisher selten ein
Deutsche Käufer sieht Aldagher dagegen nur selten in seinem Geschäft. Wenn sie kommen, kaufen sie nach seinen Worten meist Gewürze, Linsen und Bohnen. Eine mögliche Hürde seien arabische Schriftzeichen auf vielen Verpackungen. Dadurch sei häufig nicht auf den ersten Blick zu erkennen, was sich in einem Glas oder einer Packung befindet.
Auch geschmacklich unterscheiden sich manche Waren deutlich von bekannten deutschen Produkten. Aldagher beschreibt seine Konserven als ungewohnt für viele deutsche Gaumen und sagt über die orientalische Küche: „etwas ganz anderes.“
Waren aus Hannover, Hamburg und Berlin
Seine Produkte bezieht der Händler nach eigenen Angaben von spezialisierten Großhändlern in Hannover, Hamburg und Berlin. Alkohol wird im Sultan-Markt derzeit nicht angeboten. Eine Sortimentserweiterung ist jedoch möglich: Aldagher denkt darüber nach, künftig auch alkoholische Getränke zu verkaufen.
Der Name „Sultan“ verweist auf einen historischen und teilweise noch heute gebräuchlichen islamischen Herrschertitel. Zugleich soll er für eine vielfältige Warenwelt stehen, die nicht auf ein bestimmtes Herkunftsland begrenzt ist.