Ein Eurofighter hat am Mittwochvormittag, 26. August, fünf Runden über Wallstawe gedreht. Dabei stieg der Kampfjet wiederholt steil auf und schien anschließend wenige hundert Meter über dem Boden abzustürzen, bevor er erneut hochzog. Für die Menschen im Dorf war der Flug vor allem durch den ohrenbetäubenden Lärm wahrnehmbar.

Nach Angaben der Bundeswehr bestand jedoch keine akute Gefahr. Das Luftfahrtamt der Bundeswehr teilte mit, dass es sich um einen Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 aus Nörvenich handelte. Nach der Auswertung der Radardaten flog das Flugzeug zwischen 10.17 und 10.24 Uhr fünf Runden im Bereich von Wallstawe.

Flughöhe zwischen 908 und 2066 Metern

Die Flughöhe lag nach Angaben des Luftfahrtamtes zwischen 908 und 2066 Metern über Grund. Der Einsatz sei im Rahmen des täglichen Routineübungs- und Ausbildungsflugbetriebs erfolgt und habe die flugbetrieblichen Bestimmungen eingehalten.

Für Kampfflugzeuge gilt grundsätzlich eine Mindestflughöhe von etwa 150 Metern über Grund. Beim Überflug von Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen sie nach Aussage der Bundeswehr eine Höhe von etwa 600 Metern über dem Boden einhalten. Militärischer Flugbetrieb ist laut Behörde grundsätzlich überall in Deutschland zulässig und nicht an festgelegte Strecken gebunden.

Die Bundeswehr erklärt, dass bewohnte Gebiete nach Möglichkeit gemieden werden. Wegen der dichten Besiedlung Deutschlands sei dies allerdings nicht vollständig möglich. Die Planung von Übungs- und anderen Flügen liege bei den fliegenden Verbänden. Dabei würden unter anderem Wetter, verfügbares Personal und vorhandenes Material berücksichtigt.

Warum die Bundeswehr weiter trainiert

Eine verlässliche Aussage darüber, wie häufig solche Einsätze über einem bestimmten Gebiet stattfinden, könne deshalb nicht getroffen werden. Die Behörde betont zugleich, dass eine kontinuierliche Ausbildung für die Einsatzbereitschaft der Luftstreitkräfte erforderlich sei.

Große Teile der fliegerischen Ausbildung finden nach Angaben der Bundeswehr inzwischen ressourcen- und umweltschonend in Simulatoren statt. Übungen in der realen Umgebung seien dennoch notwendig, um die Streitkräfte auf die Landes- und Bündnisverteidigung sowie auf internationale Einsätze zur Krisenbewältigung vorzubereiten.

Den Verantwortlichen seien die Belastungen durch den militärischen Flugverkehr für die Bevölkerung bewusst. Übungsvorhaben würden deshalb möglichst so geplant, dass sich niedrigere und höhere Flughöhen abwechseln und die Lärmbelastung begrenzt wird. Wo eine Verringerung der Belastung die Einsatzbereitschaft gefährden könnte, seien den Möglichkeiten jedoch Grenzen gesetzt.

Fragen und Beschwerden zum militärischen Flugbetrieb können Bürger über das Bürgertelefon der Bundeswehr unter (0800) 8620730 mitteilen. Weitere Informationen stellt die Bundeswehr auf ihrer Internetseite bereit.