In Kakerbeck haben Verkehrsmessungen mit sogenannten Smileytafeln massive Geschwindigkeitsüberschreitungen sichtbar gemacht. An den Ortseingängen wurden innerhalb von 51 Tagen insgesamt 223.512 Fahrzeuge registriert. Die höchste gemessene Geschwindigkeit lag bei 148 Kilometern pro Stunde – innerorts, wo 50 km/h erlaubt sind.
Die Ergebnisse wurden am Dienstagabend in der Sitzung des Kakerbecker Ortschaftsrates vorgestellt. Ortsbürgermeister Ulf Kamith erklärte dort: Wir halten fest an einem Blitzer als endgültige Maßnahme. Die Ratsmitglieder sehen sich durch die Zahlen in ihrer Einschätzung bestätigt, dass im Ort häufig zu schnell gefahren wird und der Verkehr stärker gebremst werden muss.
148 km/h am Ortseingang aus Richtung Salzwedel
Die Messung am Ortseingang aus Richtung Salzwedel erfasste 80.398 Fahrzeuge. Davon fuhren 43.434 in Richtung Ortsmitte, während 36.964 Fahrzeuge Kakerbeck in Richtung Cheinitz verließen. Die höchste Geschwindigkeit betrug 148 km/h. Die maximale Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 80 km/h in Richtung Ortsausgang und bei 72 km/h in Richtung Ortsmitte.
Allerdings hielten sich nicht alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen wenig an die Vorgaben. Von den Fahrzeugen, die Kakerbeck in Richtung Cheinitz verließen, hielten sich 62 Prozent an das Tempolimit von 50 km/h oder überschritten es nur geringfügig. Die Messung zeigt damit sowohl viele regelkonforme Fahrten als auch einzelne besonders extreme Geschwindigkeiten.
Am Ortseingang aus Richtung Gardelegen wurden im selben Zeitraum 70.986 Fahrzeuge gezählt. 37.587 von ihnen fuhren in Richtung Ortsmitte, 33.399 verließen den Ort. Die höchste gemessene Geschwindigkeit lag dort bei 137 km/h. Die maximalen Durchschnittsgeschwindigkeiten wurden mit 89 km/h in Richtung Gardelegen und 73 km/h in Richtung Ortsmitte angegeben. Auch an dieser Messstelle hielt sich der größte Teil der Fahrer an das vorgeschriebene Tempo.
Auch Jemmeritz mit deutlichen Überschreitungen
Zum Vergleich wurden auch die Ortseingänge von Jemmeritz über rund sieben Wochen beobachtet. Zwischen dem 26. Juni und dem 13. August registrierte die Tafel am Ortseingang aus Richtung Klötze 23.307 Fahrzeuge. 11.824 fuhren in Richtung Ortsmitte, 11.483 aus dem Ort heraus. Die höchste Geschwindigkeit betrug 132 km/h. Als maximale Durchschnittsgeschwindigkeit wurden 99 km/h in Richtung Ortsmitte und 90 km/h in der Gegenrichtung gemessen.
Eine zweite Messstelle aus Richtung Kakerbeck erfasste 24.872 Fahrzeuge. Dort lag die höchste gemessene Geschwindigkeit bei 124 km/h. Die maximale Durchschnittsgeschwindigkeit erreichte in Fahrtrichtung Kakerbeck 112 km/h und in Richtung Ortsmitte 93 km/h. Besonders auffällig war laut Auswertung die Fahrtrichtung nach Kakerbeck: 77,98 Prozent der Fahrer waren dort teils deutlich schneller als die erlaubten 50 km/h.
Welche Maßnahmen jetzt geprüft werden
In Kakerbeck wurde zunächst in Ausfahrtsrichtung gemessen. Nach Angaben von Kamith liegt der Grund darin, dass Fahrer erfahrungsgemäß beim Verlassen des Ortes stärker beschleunigen als bei der Einfahrt. Die Smileytafeln sollen später erneut aufgestellt werden, dann mit Blick auf die Fahrzeuge, die in den Ort hineinfahren.
Der Ortschaftsrat will nun prüfen lassen, welche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung geeignet sind. Ein dauerhaftes Tempolimit von 30 km/h im gesamten Ort wurde skeptisch beurteilt, weil Kakerbeck etwa zweieinhalb Kilometer lang ist. Als mögliche Lösungen wurden Verkehrsinseln an den Ortseingängen und ein fester Blitzer genannt.
Wer letztlich für eine Umsetzung zuständig wäre – die Kommune, der Bund, der Kreis oder ein privater Anbieter – war für Kamith nach dem Bericht zweitrangig. Entscheidend sei, dass die Geschwindigkeit sinke. Die Auswertung soll nun den Fachleuten als Grundlage für weitere Entscheidungen dienen.