Die mobile Jugendarbeit Moby in Klötze bekommt Unterstützung für den nächsten Schritt: Sozialministerin Petra Grimm-Benne überreichte der evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) am Donnerstagmittag einen Fördermittelbescheid über 65.000 Euro. Mit dem Geld soll ein Kleinbus angeschafft werden, der neben Spielen und Material auch bis zu neun Kinder und Jugendliche transportieren kann.
Das Fahrzeug soll die Angebote der Moby in die Orte der Einheitsgemeinde Klötze bringen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer könnten damit künftig unterwegs eingesammelt und zu den jeweiligen Stationen mitgenommen werden. Das Team hat nach Angaben von Michael Göritz bereits Angebote für einen passenden Bus eingeholt. Göritz stellte auch den Fördermittelantrag.
Auftakt in Quarnebeck findet ohne Bus statt
Der Start der mobilen Jugendarbeit liegt erst wenige Wochen zurück. Für Dienstag, 1. September, ist das erste Angebot in Quarnebeck geplant. Von 16 bis 18 Uhr sind Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 18 Jahren aus Wenze, Quarnebeck und Trippigleben auf den Quarnebecker Dorfplatz eingeladen. Vorgesehen sind Spiele, Spaß und verschiedene Aktionen.
Der Kleinbus wird bei diesem Auftakt noch nicht zur Verfügung stehen. Später soll der Jugendraum in Quarnebeck als Anlaufpunkt für die mobile Arbeit dienen. Dafür muss der Raum allerdings zunächst renoviert werden. Nach dem Vorbild Quarnebecks sollen auch in weiteren zentralen Orten der Einheitsgemeinde regelmäßig Angebote stattfinden.
Ministerin probiert Angebote selbst aus
Petra Grimm-Benne machte sich bei ihrem Besuch in der Familienbildungsstätte ein Bild von der Arbeit des Moby-Teams. Michael Göritz spielte mit ihr eine Anfänger-Partie Schach, die mit einem Remis endete. Bei Leonie Fohmann probierte die Ministerin Pflanzendruck aus.
Die mobile Jugendarbeit wird von der evangelischen Familienbildungsstätte getragen. Göritz und Leonie Fohmann bilden das Moby-Team. Grimm-Benne sagte, sie sei stolz darauf, dass die Idee entwickelt worden sei.
Förderung ohne Eigenanteil möglich
Die 65.000 Euro stammen aus dem Sondervermögen für Infrastruktur. Dieses Geld ist nach Angaben der Quelle speziell für die Kinder- und Jugendarbeit vorgesehen. Sachsen-Anhalt sei das einzige Land, das daraus gezielt Jugendarbeit und Jugendtreffs unterstütze. Die Förderung könne vollständig und ohne Eigenanteil investiert werden. Neue Anträge können bis zum 1. Oktober gestellt werden.
Mit Blick auf die Landtagswahl am 6. September äußerten sich die Beteiligten zugleich besorgt über die Zukunft kirchlicher Angebote. Bürgermeister Alexander Kleine hob die Bedeutung der Familienbildungsstätte für die gesamte Einheitsgemeinde hervor. Für Klötze sei ihre Arbeit ein „absoluter Mehrwert“; ein Wegfall wäre nach seinen Worten „eine Katastrophe“. Die Einrichtung sei ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge.