Alexander Kleine feiert am heutigen Montag seinen 30. Geburtstag – und blickt dabei auf einen ungewöhnlichen beruflichen Weg zurück. Seit dem 1. Januar 2024 ist er Bürgermeister der Einheitsgemeinde Klötze. Bei seinem Amtsantritt war er 27 Jahre alt und damit der jüngste hauptamtliche Bürgermeister Sachsen-Anhalts.
Drei Jahre nach seiner Wahl im September 2023 und zweieinhalb Jahre nach dem Start im Rathaus zieht Kleine eine positive Bilanz. Er sagt, dass er sehr gern Bürgermeister sei und noch immer gern ins Rathaus gehe. Zugleich spricht er über die Herausforderungen des Amtes, wichtige Projekte und die Frage, wo er sich in zehn Jahren sieht.
Vom Berufswunsch in der Schule ins Rathaus
Dass er einmal Bürgermeister seiner Heimatstadt werden würde, war für Kleine nach eigener Einschätzung kein fest geplanter Lebensweg. Als Schüler soll er diesen Berufswunsch allerdings einmal genannt haben. Vor zehn Jahren habe er dennoch nicht erwartet, mit 30 tatsächlich Bürgermeister von Klötze zu sein.
Politisch engagierte sich Kleine schon früh. 2016 trat er der SPD bei. Als Grund nennt er seine Überzeugung, dass Veränderungen am besten gelingen, wenn Menschen selbst Verantwortung übernehmen. Auch seine berufliche Erfahrung habe ihn auf das Amt vorbereitet: Vor seiner Zeit in Klötze arbeitete er als Sozialpädagoge im Jugendamt sowie in Verwaltungen in Lüchow-Dannenberg und Wolfsburg.
Diese Erfahrungen halfen ihm nach eigenen Worten, im Klötzer Rathaus schnell anzukommen. Gleichzeitig stellte er fest, dass jede Verwaltung anders arbeitet. Noch heute gebe es Situationen, in denen ihn überrasche, für welche Aufgaben eine Kommune oder konkret ein Bürgermeister zuständig sei.
Waldbad, Dorfgemeinschaft und eine handgeschriebene Karte
Als besondere Momente seiner bisherigen Amtszeit nennt Kleine mehrere Ereignisse: die Wiedereröffnung des Waldbades im Jahr 2024, Feste in den Ortschaften, das Stadtjubiläum und Eheschließungen, die er durchführen durfte. Bei diesen Anlässen werde sichtbar, wie eng die Menschen in der Einheitsgemeinde miteinander verbunden seien.
Am stärksten berührte ihn jedoch ein deutlich kleineres Ereignis. 2024 wurde am Dorfgemeinschaftshaus in Wenze eine Rampe angebaut, wodurch ein barrierearmer Zugang entstand. Einige Zeit später erhielt Kleine von einer Einwohnerin eine handgeschriebene Dankeskarte. Die Karte hängt nach seinen Angaben bis heute in seinem Büroschrank.
„Es müssen nicht immer die großen Projekte sein. Manchmal kann eine vergleichsweise kleine Veränderung für einen einzelnen Menschen einen großen Unterschied machen.“
Für den Bürgermeister ist diese Erfahrung eine Erinnerung daran, worum es bei kommunaler Arbeit gehe: konkrete Verbesserungen für die Menschen vor Ort zu schaffen. Nicht alles gehe so schnell, wie man es sich wünsche, doch gerade die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen etwas für die Heimat zu bewegen, empfinde er als erfüllend.
Klötze bleibt der Mittelpunkt – Reisen trotzdem geplant
Wie sein Leben in zehn Jahren aussieht, will Kleine nicht vorhersagen. Zehn Jahre seien eine lange Zeit. Schließlich habe er mit 20 Jahren ebenfalls nicht wissen können, dass er seinen 30. Geburtstag als Bürgermeister von Klötze feiern würde.
Seine aktuelle Perspektive formuliert er jedoch klar: Er möchte derzeit nichts lieber sein als Bürgermeister der Einheitsgemeinde. Gemeinsam mit dem Stadtteam, den Kommunalpolitikern, den Ortschaften und den engagierten Einwohnern wolle er die Gemeinde weiterentwickeln. Nach seinen Worten gibt es dafür weiterhin viele Ideen und Aufgaben.
Gleichzeitig schließt Kleine persönliche Pläne außerhalb des Rathauses nicht aus. Er reist gern und möchte noch viel von der Welt sehen. Beides widerspreche sich für ihn nicht: Neugier auf andere Orte und eine klare Verbundenheit mit der eigenen Heimat könnten zusammengehören.
Auch privat steht für Kleine eine Veränderung an: Als schönstes Geschenk mache er sich selbst seine bevorstehende Hochzeit. Dass der Zusammenhalt im Rathaus groß ist, zeigt sich laut dem Bericht auch daran, dass die Mitarbeiter bei seiner Geburtstagsfeier selbstverständlich dabei sind.