Im Wohnblock an der Wasserfahrt 1 bis 5 in Klötze wächst vor dem Herbst erneut die Sorge der Mieter. Sie wissen nicht, ob die Heizung zuverlässig funktioniert und ob Wasser, Strom oder Fernwärme wieder abgeschaltet werden könnten. Hintergrund ist ein anhaltender Streit um Eigentum, Verwaltung und Mietzahlungen.
Ein Urteil des Amtsgerichts Hannover vom Juli hatte zunächst eine zentrale Frage geklärt: Die Panorama GmbH aus Berlin gilt als Eigentümerin der Immobilie. Ruhe ist damit jedoch nicht eingekehrt. Nach Angaben der Mieter tauchen weiterhin unterschiedliche Firmennamen als Verwaltung, Hausmeisterservice, Ansprechpartner oder Kontoinhaber auf. Das Geflecht sei für die Bewohner zunehmend schwer durchschaubar.
Sorge vor kalten Wohnungen und neuen Sperren
Besonders drängend ist für die Bewohner die Frage, ob die Heizung gewartet wurde. Mietersprecherin Jana Braschoß warnte: „Es wird bald wieder kälter“. Nach ihren Angaben müsse die Heizung dringend überprüft werden. Außerdem sei für das Gebäude weiterhin keine Gebäudeversicherung abgeschlossen. Ein Brandschaden im Keller eines Eingangs sei ebenfalls noch nicht beseitigt.
Die Mieter sind laut Bericht unsicher, ob die Versorger inzwischen ihre ausstehenden Zahlungen erhalten haben. Sollten erneut Rückstände entstehen, befürchten sie weitere Abschaltungen bei Wasser oder Strom. Ihre Mieten überweisen sie weiterhin nicht an die Panorama GmbH, sondern an die Renova Park Immobilienverwaltung in Berlin. Einige Bewohner halten das für nicht ausreichend nachvollziehbar und zahlen deshalb weiterhin auf ein Konto beim Amtsgericht Gardelegen.
Gerichte bestätigen Panorama als Eigentümerin
Der frühere Geschäftsführer der Verwaltungsfirma Vamanos, Oleg Jordan, sei für die Mieter seit dem Urteil nicht mehr erreichbar. Das Landgericht Hannover bestätigte dem Bericht zufolge außerdem, dass der Verwaltervertrag mit Vamanos seit dem 28. Januar 2025 fristlos beendet ist. Mietzahlungen hätten demnach bis August 2025 an HMI und ab September 2025 an Panorama geleistet werden müssen.
Im Verfahren hatte die Verwaltungsfirma bestritten, dass Panorama Eigentümerin sei. Sie argumentierte, der Kaufvertrag sei wegen eines ungewöhnlich niedrigen Kaufpreises unwirksam gewesen: Für die Immobilie seien 950.000 Euro gezahlt worden, obwohl ihr tatsächlicher Wert bei 2,1 Millionen Euro liegen soll. Das Landgericht verwies dagegen auf den Grundbucheintrag und bewertete Panorama dort als Eigentümerin.
Neue Namen und weiterhin offene Fragen
Ein von Roman Cop an die AZ übermittelter Nachweis nennt den 31. Januar 2024 als Datum des Kaufvertrags zwischen HMI und Panorama. Die Eintragung im Grundbuch erfolgte demnach am 28. August 2025. Cop steht laut Bericht über mehrere Immobiliengesellschaften mit dem Fall in Verbindung: Im November 2025 wurde Yevheniia Misiura, Geschäftsführerin der HMI und Mitklägerin, in den Vorstand der Vestacon Capital AG berufen. Cop folgte dort am 30. April 2026.
Öffentlich einsehbare Handelsregister führen bei der Panorama GmbH weiterhin Alan Speer als Geschäftsführer. Zugleich gibt Cop an, seit Januar 2026 als Geschäftsführer eingesetzt zu sein. Für die Bewohner bleibt damit vor allem die praktische Frage offen, wer für das Gebäude verantwortlich ist und ob die Versorgung im Herbst gesichert bleibt.