Ein Doppeljubiläum bringt am Samstag, 12. September, Livemusik nach Arendsee: Die Klädener Band Bordstein feiert in Charlys Cafégarten ihren 45. Bandgeburtstag. Der Veranstaltungsort begeht zugleich sein 40-jähriges Bestehen. Das Programm beginnt um 15 Uhr mit einem Familiennachmittag, ab 19 Uhr steht Bordstein auf der Bühne. Von 23 Uhr an übernimmt DJ Biene.
Für die Band ist der Auftritt ein Heimspiel. Die Brüder Karsten und Andreas „Gonzo“ Döpelheuer gehören zu den Gründern und stehen bis heute mit Bordstein auf der Bühne. Zur aktuellen Besetzung gehören außerdem Max Zimmermann am Schlagzeug, Olaf „Wuta“ Wusowski am Bass und Manuel „Fühli“ Faulbaum.
Vom Schülerprojekt zur festen Größe
Die Geschichte der Gruppe begann vor 45 Jahren an der Polytechnischen Oberschule in Arendsee. Karsten Döpelheuer war damals 14 Jahre alt. Gemeinsam mit seinem Bruder Andreas, Matthias „Matze“ Pfund und Olaf Benecke entstand zunächst die Schülerband „Dorfrock“. Der erste Auftritt vor der neunten Klasse fand am 1. September 1981 im Kulturraum des ehemaligen Kreisbetriebs für Landtechnik statt.
Am Anfang mussten die Musiker improvisieren. Gitarren und Schlagzeug wurden selbst organisiert, erste Boxen und Verstärker bauten sie zusammen. Für West-Mikrofone tauschten sie später DDR-Geld im Verhältnis 1:10. Gespielt wurden Blues, Rock und Titel von Hansi Biebl, Udo Lindenberg, Westernhagen und ZZ Top.
Einfach auftreten durfte die Band in der DDR nicht. 1982 musste sie zunächst vor dem Kreis-Kulturkabinett vorspielen. Das Repertoire musste zu 40 Prozent aus westlichen und zu 60 Prozent aus ostdeutschen Titeln bestehen. Weil Karsten Döpelheuer noch minderjährig war, musste er bei Auftritten spätestens um 22 Uhr die Bühne verlassen.
Nach Schülerdiskos im „Altmärkischen Hof“ in Arendsee folgte in Priemern die erste öffentliche Mugge. Die technische Ausstattung lieh sich die Band teilweise von anderen Musikern aus der Region. Aus „Dorfrock“ wurde schließlich Bordstein – ein Name, den ein Nachbar von Matthias Pfund vorgeschlagen hatte.
Besetzungswechsel und Auftritte über die Altmark hinaus
In den folgenden Jahrzehnten veränderte sich die Besetzung mehrfach. 1985 sang etwa ein halbes Jahr Heiner Güssefeld aus Kläden bei Bordstein. Danach kam Kerstin „Ösi“ Holst aus Fleetmark hinzu, die als „Janis Joplin der Altmark“ bekannt wurde. Mit ihr spielte die Band unter anderem Songs wie „Me and Bobby McGee“ und „Piece of my Heart“.
Eine Zwangspause folgte ab November 1986, als die männlichen Bandmitglieder nacheinander zur Armee mussten. Nach seiner Rückkehr wechselte Karsten Döpelheuer zunächst zur Gardelegener Bluesband Logo, später „Die Abgeordneten“, und gründete außerdem „Nachdurscht“. 1993 war mit dieser Band Schluss. Bordstein wurde anschließend mit Karsten Döpelheuer, Andreas „Gonzo“ Döpelheuer, Matthias Pfund und Kerstin „Ösi“ Holst wiederbelebt.
1996 stieg Holst aus und gründete „Ösi for lane“. Ihre Nachfolgerin wurde Ina Zeplin aus Klötze. Später kamen weitere Musiker hinzu. Ab 2001 spielte Bordstein in einer Viererbesetzung und trat unter anderem bei einem Open Air in Berlin sowie bei Festivals mit Knorkator und Freygang in Rostock auf.
Das Repertoire bleibt dem Bluesrock treu
Heute reicht die Bandgeschichte bis zu Auftritten in der Altmark, in Magdeburg und in Mecklenburg-Vorpommern. Musikalisch setzt Bordstein weiterhin auf Blues und Rock sowie auf weniger häufig gespielte Stücke. Beim Jubiläumskonzert sollen unter anderem der „Morgen Blues“ von Johannes „Hansi“ Biebl und „Someday Baby“ erklingen.
Auch der Ort der Anfänge ist geblieben: Die „Zentrale“, in der die Musiker vor 45 Jahren ihre ersten Boxen und Verstärker bauten, befindet sich weiterhin in Kläden. Charlys Cafégarten wird seit zehn Jahren von Katrin Schramm und ihrer Schwester Sylvia Neuber betrieben. Beide sind Töchter des verstorbenen Dietmar „Charly“ Schramm, der den Cafégarten ab 1986 prägte.