Vier Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD laut der letzten Umfrage deutlich vor der CDU. Im Sachsen-Anhalt-Trend von Infratest dimap erreicht sie 42 Prozent, während die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze auf 22 Prozent kommt. Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte sind am Sonntag zur Entscheidung über den neuen Landtag aufgerufen.
Das Ergebnis der Umfrage ist allerdings keine Prognose für den Wahlausgang. Umfragen zeigen nach Angaben des Berichts lediglich die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung. Wie der neue Landtag tatsächlich zusammengesetzt sein wird, entscheidet sich erst mit der Auszählung der Stimmen.
AfD führt deutlich, absolute Mehrheit aber nicht sicher
Hinter AfD und CDU folgen die Linke mit elf Prozent, die SPD mit sieben Prozent und das BSW mit sechs Prozent. Grüne und FDP kommen jeweils auf drei Prozent und liegen damit unter der Fünfprozenthürde.
Trotz des Vorsprungs hätte die AfD nach dieser Erhebung keine sichere absolute Mehrheit im Landtag. Das endgültige Kräfteverhältnis hängt auch davon ab, welche kleineren Parteien die Fünfprozenthürde überwinden. Nach Einschätzung des Berichts könnte die AfD mit mehr als einem Drittel der Stimmen jedoch Entscheidungen blockieren, für die eine Zweidrittelmehrheit nötig ist. Dazu zählen insbesondere Änderungen der Landesverfassung.
Regierungsbildung könnte kompliziert werden
Sollte die AfD stärkste Kraft werden, stünde Sachsen-Anhalt vor schwierigen Mehrheitsverhältnissen. Die CDU müsste für eine Regierung ohne AfD mehrere Partner zusammenbringen, die in wichtigen politischen Fragen weit auseinanderliegen.
Die Wahl entscheidet außerdem über die Zukunft der derzeitigen Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP. Nach den aktuellen Umfragewerten hätte dieses Bündnis keine Mehrheit mehr.
So wird der Landtag gewählt
Sachsen-Anhalt ist für die Landtagswahl in 41 Wahlkreise eingeteilt. Mit der Erststimme wählen die Bürgerinnen und Bürger jeweils einen Direktkandidaten. Die Zweitstimme entscheidet darüber, wie die Sitze auf die Parteien verteilt werden.
Der neue Landtag umfasst mindestens 83 Abgeordnete. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann die tatsächliche Zahl der Sitze noch steigen. Für die Menschen in Stendal bedeutet die Wahl damit nicht nur eine Entscheidung über einzelne Direktmandate, sondern auch über die künftigen Mehrheitsverhältnisse im Land Sachsen-Anhalt.