Ein Einsatz des Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt führt in die Altmark: Am Donnerstagmorgen wurde ein Objekt im Gardelegener Ortsteil Ipse durchsucht. Nach Angaben der Altmark Zeitung war es Teil einer bundesweiten Aktion gegen den Verdacht, die verbotene rechtsextreme Vereinigung „Artgemeinschaft“ fortzuführen.
Insgesamt durchsuchte die Polizei 15 Objekte in fünf Bundesländern. Neben Sachsen-Anhalt waren Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen betroffen. Die Ermittlungen führt die Staatsanwaltschaft Halle. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte gegenüber der Altmark Zeitung, dass sich das Verfahren auf den Verdacht der Fortführung einer verbotenen Vereinigung richtet.
Ermittlungen zur „Artgemeinschaft“
Bei der Organisation handelt es sich laut Bericht um die rechtsextreme „Artgemeinschaft“. Das Bundesinnenministerium hatte die Vereinigung 2023 verboten. Welche konkreten Beweismittel bei der Durchsuchung in Ipse gesucht oder sichergestellt wurden, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Verbindung zu früherer Sonnenwendfeier
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Fall wegen eines Polizeieinsatzes, der vor einigen Wochen in der Umgebung des Grundstücks des AfD-Landtagskandidaten Simon Lansmann im Zusammenhang mit einer Sonnenwendfeier stattgefunden hatte. Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ sollen ehemalige Mitglieder der „Artgemeinschaft“ an der Veranstaltung teilgenommen haben.
Nach den im Bericht wiedergegebenen Informationen soll bei der Feier außerdem ein verbotenes Lied der Hitlerjugend gesungen worden sein. Anwesend gewesen sein soll auch Sebastian Koch, der zweite AfD-Landtagskandidat im Altmarkkreis Salzwedel. Beide Politiker waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Die Durchsuchungen erstreckten sich über fünf Bundesländer. Weitere Einzelheiten zum Ergebnis des Einsatzes oder zu möglichen Beschlagnahmungen wurden in dem vorliegenden Bericht nicht genannt.