An der Kreisgrenze bei Berkau ist ein neues Stauwehr am Secantsgraben in Betrieb genommen worden. Die Anlage soll den Wasserstand in der Niederung wieder zuverlässig regulierbar machen und damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz eines sensiblen Naturraums leisten. Die Maßnahme kostete 850.000 Euro.

In Betrieb genommen wurde das Wehr von Steve Kanitz, dem Landrat des Altmarkkreises Salzwedel, und Patrick Puhlmann, dem Landrat des Landkreises Stendal. Bei dem Termin waren außerdem Bismarks Bürgermeisterin Annegret Schwarz sowie Vertreter des Landesverwaltungsamtes, der Stendaler Wasserbehörde, der Baufirma, des Planungsbüros und des Unterhaltungsverbandes dabei.

Wasser zurückhalten, Trockenheit begegnen

Die Bedeutung der Anlage zeigt sich vor dem Hintergrund sinkender Wasserstände in der Altmark. Nach Angaben der Quelle ist nicht nur an großen Flüssen wenig Wasser zu beobachten, sondern auch in den Gräben und Seen der Region. Das neue Wehr schafft nun wieder die Möglichkeit, die Wasserhaltung im Niederungsgebiet gezielt zu steuern.

„Das neue Wehr sichert die Möglichkeit, den Wasserstand in dieser sensiblen Niederung zu regulieren“, sagte Steve Kanitz bei der Inbetriebnahme. Der Neubau sei Teil einer gemeinsamen Strategie der beiden altmärkischen Landkreise für die Niederung rund um den Secantsgraben. Wasserrückhalt spiele dabei eine zentrale Rolle, um der erwarteten und zunehmenden Trockenheit entgegenzuwirken.

Die Region um den Secantsgraben bei Berkau gehört zum europäischen Vogelschutzgebiet „Milde-Niederung Altmark“. Für den Landkreis Stendal verwies Landrat Patrick Puhlmann deshalb auf die Bedeutung eines regulierbaren Wasserrückhalts.

Niedermoorflächen als Lebensraum erhalten

Das Wehr soll insbesondere den Wiesenflächen zugutekommen. Durch die neue Anlage kann die Wasserhaltung im Gebiet wieder zuverlässig gewährleistet und gezielt verbessert werden. Damit sollen die wertvollen Niedermoorflächen langfristig erhalten bleiben. Sie dienen als wichtige Lebensräume für Arten, die vom Aussterben bedroht sind.

„Der Umbau der Stauanlage bringt erhebliche Vorteile für die Wiesenflächen, da die Wasserhaltung im Gebiet künftig wieder zuverlässig gewährleistet und gezielt verbessert werden kann“, erklärte Patrick Puhlmann. Nach seinen Angaben ist die Sanierung für den Schutz und Erhalt des Gebietes von entscheidender Bedeutung.

Alte Anlage war nicht mehr funktionsfähig

Der Neubau war notwendig, weil die bisherige Anlage nicht mehr funktionsfähig war. Ein ausreichender Wasserrückhalt konnte dadurch nicht mehr sichergestellt werden. Mit der Sanierung wurde nun die technische Voraussetzung geschaffen, den Wasserstand in der Niederung wieder zu regulieren.

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf 850.000 Euro. Davon wurden 792.315 Euro durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert. Die neue Anlage ist damit Teil der gemeinsamen Anstrengungen des Altmarkkreises Salzwedel und des Landkreises Stendal, den Wasserhaushalt in der Niederung zu stabilisieren und den Naturraum am Secantsgraben zu schützen.