Schwiesau hat sein 725-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Dorffest gefeiert. Höhepunkt war am Samstagvormittag der Festumzug: Rund 200 der etwas mehr als 300 Einwohner wirkten daran mit. Die Vorbereitungen für den Umzug dauerten etwa drei Monate.
Zum Fest gehörten neben dem Umzug eine Sportwoche, ein Festakt und ein Familientag. Gemeinsam mit dem Dorfjubiläum feierte auch der Sportverein Schwalbe seinen 105. Geburtstag.
Festakt mit Rückblick auf 25 Jahre Dorfgeschichte
Beim Festakt am Freitag erinnerte Ortsbürgermeister Manfred Hille an die Entwicklung Schwiesaus und würdigte besonders die Gemeinschaft im Ort. Auch die Ehrenamtlichen in den Vereinen und Gruppierungen, die Wassertretstelle sowie die örtlichen Betriebe hob er hervor. Hille wünschte sich, dass Schwiesau auch künftig ein Ort bleibt, „an den man immer wieder gerne zurückkehrt“.
Lucas Kauer blickte anschließend in einem Bildvortrag auf die 25 Jahre seit dem großen Fest zum 700. Geburtstag zurück. In dieser Zeit wurden die Feuerwehr und der Kindergarten geschlossen. Zugleich sei die Gemeinschaft weiter gewachsen. Kauer würdigte außerdem Manfred Hille und dessen Vorgänger Helmut Fuchs, dessen Name durch den „Fuchsbau“ mit dem Ort verbunden bleibe.
Zu den Gästen zählten Landrat Steve Kanitz und Klötzes Stadtbürgermeister Alexander Kleine. Kleine berichtete von persönlichen Kindheitserinnerungen an Schwiesau, darunter Schlittschuhlaufen auf dem Pol, ein Klassenabschluss auf dem Sportplatz und sein 20. Geburtstag im Fuchsbau. Sein Fazit zum Fest lautete: „Für drei Tage ist Schwiesau das schönste Dorf in der Altmark.“
Historische Fahrzeuge, Vereine und ein lebendiges Wappen
Angeführt wurde der Festumzug vom Bürgermeister, dem Pastor und der pensionierten Dorflehrerin. Ein Schornsteinfeger als Glücksbringer und der Vorsitzende des Sportvereins waren ebenfalls dabei. Danach folgte ein „lebendiges Wappen“ mit einer Hühnerschar, die den Zuschauern Eierlikör verteilte.
Zum Bild des Umzugs gehörten Pferdegespanne, Simson-Mopeds, AWO-Motorräder, alte Traktoren und ein Erntewagen. Auch Pfingstkerle, ein Schnitzer, ein Kunstmaler, die Jenner-Mamas, die Reha-Schwalben und mehrere Vereine beteiligten sich. Vertreten waren unter anderem der Zichtauer Waldbadverein und der Freundeskreis Altmärkische Schweiz. Ein Klassenzimmer mit Schülern und Lehrer sowie akrobatische Tänzerinnen ergänzten den Zug.
Mitgemacht werden konnte ohne festgelegtes Thema. Die Beteiligten stellten unter anderem Lebensgefühl, Freude, das ländliche Leben, Hobbys und Berufe dar. Teilnehmer kamen neben Schwiesau auch aus Engersen, Zichtau, Klötze und Jeggau. Der 97-jährige Alois Sprafke, ältester Einwohner des Ortes, war beim Festakt am Freitag ebenfalls dabei.