Jeden Donnerstagvormittag bildet sich an der Seehäuser St.-Petri-Kirche eine Schlange: Zwischen 40 und 60 Menschen nutzen dort die Ausgabestelle für kostenloses Obst und Gemüse aus den Tafelgärten. Geöffnet ist sie von 10 bis 12 Uhr.

Die Nachfrage ist so groß, dass Parkplätze an und um die Kirche regelmäßig knapp werden. Nach Angaben des Projektbegleiters Hans-Joachim Hildebrandt warten die ersten Bedürftigen bereits ab 9.15 Uhr – also 45 Minuten vor Beginn der Ausgabe.

Frisches Gemüse aus Seehausen und Krüden

Verteilt werden unter anderem Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, verschiedene Kohlsorten, Radieschen, Zucchini und Hokkaido-Kürbisse. Außerdem gibt es gelbe Bohnen, Grünkohl, Blumen und Tomaten. Von den Tomaten können zehn Stück pro Person mitgenommen werden.

Die Erzeugnisse stammen aus den Tafelgärten in der Hansestadt Seehausen und in Krüden, das zur Gemeinde Aland gehört. Zusätzlich bringen private Erzeuger überschüssiges Gemüse und Obst ein. So gelangen unter anderem Rote Bete aus Vielbaum und Pflaumen aus Lichterfelde zur Ausgabestelle.

Organisiert wird der Transport der erntefrischen Produkte nach Seehausen von Hildebrandt. Vor Ort kümmern sich die ehrenamtlichen Helferinnen Barbara Zenkert, Monika Preuß und Karin Emme um die zweistündige Ausgabe.

Spenden für einen guten Zweck willkommen

Die Lebensmittel werden kostenlos abgegeben. Spenden sind jedoch erwünscht. Mit den Einnahmen wurden in den vergangenen Jahren unter anderem der wischestädtische Waldbadförderverein sowie die Seehäuser Kinder- und Jugendfeuerwehr unterstützt. Die Beiträge fallen unterschiedlich aus: Manche Besucher geben 20 Cent, andere mehr.

Die Ausgabestelle bleibt bis Ende Oktober geöffnet. Hildebrandt betont, dass die Arbeit nur durch ehrenamtliches Engagement möglich sei. Zugleich verweist er auf die Bedeutung bewilligter Stellen für die Maßnahmekräfte in den Tafelgärten. Für den Start der nächsten Saison im Frühjahr 2027 hofft er auf weitere Unterstützung durch die politisch Verantwortlichen im Land und im Bund.