Am Stendaler Bahnhof nimmt das sanierte Tunnelhäuschen sichtbar Gestalt an. Die historischen Sprossenfenster sollen nach Abschluss der Maurerarbeiten möglichst Ende August wieder eingebaut werden. Im Spätherbst soll außerdem die Innenbeleuchtung funktionieren. Bis das Gebäude als Lese- und Ausstellungshäuschen eingerichtet werden kann, müssen sich Interessierte allerdings voraussichtlich bis 2027 gedulden.

Der aktuelle Zustand wirkt wegen der ausgebauten Fenster noch unfertig. Nach Angaben von Architekt Andreas Möhlmann, dem Vorsitzenden des Vereins Tunnelhäuschen Stendal, laufen die Rettungs- und Sanierungsarbeiten jedoch planmäßig. Das Fachwerk wurde durch Zimmermeister Borkowski und sein Team denkmalgerecht saniert. Die Sprossenfenster werden derzeit in der Werkstatt Moritz vom Team Traufelder restauriert.

Fenster sollen Ende August zurückkehren

Für die noch ausstehenden Maurerarbeiten ist die Firma Krannich zuständig. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, sollen die restaurierten Fenster wieder eingesetzt werden. Der Verein geht davon aus, dass dieser Schritt Ende August erfolgen kann, sofern der Zeitplan eingehalten wird. Möhlmann beschreibt das Projekt als im Zeitplan liegend.

Die Sanierung und die Beleuchtung des Innenraums werden durch Fördermittel unterstützt. Der Verein konnte dafür 89.200 Euro einwerben. Nach Angaben des Architekten entspricht diese Summe den Kosten, die für die beauftragten Handwerksfirmen, die denkmalgerechte Sanierung und die Innenbeleuchtung vorgesehen sind. Das Bauvorhaben befinde sich derzeit innerhalb des Kostenrahmens.

Möblierung erst 2027 – Auktion könnte helfen

Finanziell abgeschlossen ist das Projekt damit dennoch nicht. Die Möblierung für die geplante Nutzung als Lese- und Ausstellungshäuschen soll erst bis 2027 umgesetzt werden. Ein Entwurf für eine zusätzliche Finanzierung liegt laut Verein bereits vor.

Eine mögliche Einnahmequelle ist eine Auktion von Graffiti-Bildern, die Schülerinnen und Schüler der Comenius-Schule angefertigt hatten. Die Werke hatten das Tunnelhäuschen zwischenzeitlich geschmückt. Die Versteigerung nach amerikanischem Vorbild war zum Tag der Industriekultur geplant, fiel aber wegen kalten und regnerischen Wetters aus. Es fehlte an Publikum.

Nun könnte ein Teil der Bilder vorübergehend im künftigen Ausstellungshäuschen gezeigt werden. Außerdem steht eine Versteigerung zur Eröffnung im Raum. Ob es dazu kommt, muss der Verein noch beraten und festlegen. Für Besucher am Bahnhof bedeutet das: Das Gebäude soll bald von außen wieder vollständiger wirken und später beleuchtet sein – die endgültige Ausstattung als Lese- und Ausstellungsort folgt jedoch erst in einem weiteren Schritt.