Max Heckel aus Stendal will Sachsen-Anhalt nicht aufgeben. Der Lehrer, Musiker und Betreiber des Veranstaltungsortes Anker in Arneburg blickt grundsätzlich optimistisch auf die Landtagswahl im September 2026 – obwohl ihn der Streit mit dem Landesschulamt und mögliche Kürzungen bei der Kultur beschäftigen.
Bekannt wurde Heckel über Sachsen-Anhalt hinaus, weil er im Unterricht erklärt hatte, nicht die AfD zu wählen. Dafür erhielt er eine Abmahnung. Die Entscheidung lässt der Stendaler Lehrer nun gerichtlich prüfen. Der Fall berührt die Frage, wie weit das Neutralitätsgebot an Schulen reicht.
Lehrer, Musiker und Veranstalter
Heckel unterrichtet an Sekundarschulen in Stendal die Fächer Werken und Technik. Die Aufgabe beschreibt er als dankbar, weil Schülerinnen und Schüler dabei eigenständig etwas erschaffen können. Auch außerhalb der Schule arbeitet er gern mit den Händen: Als Musiker spielt er Bass und Gitarre und ist Mitglied der Band Nobody Knows, die auf vielen Festivals unterwegs ist.
Darüber hinaus betreibt Heckel in Arneburg den Veranstaltungsort Anker. Für ihn ist Kultur im ländlichen Raum nicht nur Unterhaltung. Sie könne Menschen eine Auszeit vom Alltag ermöglichen, zugleich aber auch den Blick auf gesellschaftliche Probleme lenken. Kultur habe außerdem die Kraft, unterschiedliche inhaltliche Positionen zumindest zeitweise zusammenzubringen.
„Nicht nur reine Unterhaltung zu bieten, sondern auf bestehende Misslichkeiten hinzuweisen.“
Diese Verbindung von Kultur und demokratischer Teilhabe ist für Heckel ein zentraler Grund, weiterzumachen. Auch nach der Wahl im September erwartet er nicht, dass Demokratie und Grundwerte in Sachsen-Anhalt grundsätzlich aus den Fugen geraten.
Sorge um kostenlose Angebote für Kinder
Seine Zuversicht ist jedoch mit konkreten Sorgen verbunden. Heckel hält Prognosen von 45 Prozent oder mehr für die AfD für übertrieben. Gleichzeitig befürchtet er, dass bei einem Wahlsieg der Partei Kulturförderungen wegfallen könnten. Als Veranstalter bereitet ihm das nach eigener Aussage Bauchschmerzen.
Besonders betroffen wären aus seiner Sicht Kulturveranstaltungen für Kinder. Der freie Eintritt sei derzeit nur möglich, weil Kulturförderprojekte die Angebote finanzieren. Ohne diese Unterstützung könnten Familien möglicherweise nicht mehr in gleicher Weise teilnehmen. Heckel warnt deshalb davor, dass soziale Unterschiede bereits im Kindesalter stärker sichtbar würden.
Seine Einschätzung begründet er auch mit seinen Erfahrungen im ländlichen Raum. Dort nehme er nicht wahr, dass es besonders viele Menschen gebe, die für demokratische Argumente grundsätzlich nicht erreichbar seien. Er glaubt vielmehr, dass ein großer Teil der Bevölkerung weiterhin für demokratische Werte gewonnen werden könne.
Fest der Demokratie in Arneburg geplant
Trotz des Streits und der politischen Unsicherheit setzt Heckel seine Arbeit fort. Für den 21. August plant er in Arneburg ein Fest der Demokratie mit Musik und Begegnungen. Zugleich rechnet er offenbar mit Widerstand: Ein Plakat müsse er gar nicht erst aufhängen, sagt er bitter, weil es vermutlich innerhalb einer Stunde wieder abgerissen wäre.
Für Heckel bleibt Kultur damit ein praktischer Ort politischer und gesellschaftlicher Begegnung – in der Schule, auf der Bühne und bei Veranstaltungen im ländlichen Raum. Seine gerichtliche Prüfung der Abmahnung läuft nach den vorliegenden Angaben weiter.