Die Linke ist bei der U18-Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft geworden. 31 Prozent der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen stimmten für die Partei. Die AfD kam mit 22,1 Prozent auf den zweiten Platz. Auch für Schulen, Jugendclubs und Vereine in Stendal ist das Ergebnis ein Hinweis darauf, welche politischen Themen und Parteien bei jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf Interesse stoßen – ein Rückschluss auf die gesamte Jugend der Stadt oder des Landes ist daraus jedoch nicht möglich.
An der landesweiten symbolischen Wahl beteiligten sich insgesamt 3.123 junge Menschen. Die Abstimmung lief vom 22. bis zum 28. August 2026. Weil Kinder und Jugendliche bei der regulären Landtagswahl noch nicht abstimmen dürfen, bot die U18-Wahl ihnen die Möglichkeit, ihre politischen Wünsche sichtbar zu machen und sich mit Parteien und Wahlprogrammen auseinanderzusetzen.
So haben die Jugendlichen abgestimmt
In Sachsen-Anhalt wurden dafür 62 selbst organisierte Wahllokale eingerichtet. Sie befanden sich unter anderem in Schulen, Jugendclubs und Vereinen. Die teilnehmenden Einrichtungen organisierten die Abstimmung eigenständig. Das Verfahren orientierte sich an einer regulären Wahl: Die Jugendlichen konnten sich vorab informieren, einen Stimmzettel ausfüllen und ihre Stimme in eine Wahlurne werfen.
Hinter der landesweiten Organisation stand der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt. Die Ergebnisse sollen nach Angaben der Veranstalter landesweit und auf örtlicher Ebene weiter ausgewertet werden. Jugendverbände, Schulen und politische Entscheidungsträger können dadurch erkennen, welche Parteien unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Unterstützung fanden.
Ergebnis ist kein Stimmungstest für die Landtagswahl
Auf Platz drei lagen Bündnis 90/Die Grünen mit 12,7 Prozent. Die SPD erreichte 8,7 Prozent, die CDU 6,6 Prozent. Auf alle übrigen Parteien entfielen zusammen 18,8 Prozent der Stimmen.
Die Zahlen sind allerdings nicht repräsentativ. Teilnehmen konnten ausschließlich Kinder und Jugendliche, die freiwillig eines der geöffneten Wahllokale besuchten. Das Ergebnis bildet deshalb nicht die politischen Einstellungen aller Minderjährigen in Sachsen-Anhalt ab. Ebenso wenig lässt sich daraus eine verlässliche Prognose für die Landtagswahl am 6. September ableiten.
U18-Wahlen zählen zu den größeren Projekten der außerschulischen politischen Jugendbildung in Deutschland. Sie sollen jungen Menschen politische Abläufe näherbringen und ihnen eine öffentliche Stimme geben. Für Stendal liegen in der vorliegenden Veröffentlichung keine gesonderten Ergebnisse oder Angaben zu einem konkreten Wahllokal vor.