Der umstrittene Wohnblock an der Wasserfahrt 1 bis 5 in Klötze steht erneut zum Verkauf. Für das Gebäude mit 50 Wohneinheiten werden im Internet 1.869.900 Euro verlangt. Viele Mieter halten deshalb an ihrem Plan fest, auszuziehen. Sie sorgen sich, dass ihre beim Amtsgericht in Gardelegen hinterlegte Miete nicht an die Versorger weitergeleitet wird.

Das Objekt wird als „nachhaltiges Investment mit stabilen Mieterträgen“ beworben. Angeboten werden 125 Zimmer auf 2.772 Quadratmetern Wohnfläche sowie ein 4.102 Quadratmeter großes Grundstück. Gleichzeitig werden Wohnungen in dem Gebäude weiterhin zur Miete ausgeschrieben. Nach Angaben des Berichts kommen in die frei werdenden Wohnungen aus den Eingängen 1 bis 5 bald neue Bewohner, zumeist aus der Ukraine.

Eigentumsverhältnisse inzwischen geklärt

Die Unsicherheit der Bewohner hatte sich zuletzt verschärft, weil das Verkaufsangebot bereits einmal aus dem Internet verschwunden war. Mieter hatten dies vorübergehend erreicht, nachdem die Eigentumsverhältnisse des Hauses ungeklärt gewesen waren. Inzwischen seien diese Verhältnisse gerichtlich geklärt; auch der Grundbucheintrag liege dem Rathaus vor.

In den Konflikt sind neben den Mietern inzwischen Gerichte, Versorgungsträger und Behörden eingebunden. Auch das Jobcenter ist beteiligt, weil es einige der Mieten übernimmt. Die Stadt Klötze steht nach eigenen Angaben im Austausch mit den Versorgungsunternehmen und weiteren zuständigen Stellen.

Stadt bietet Hilfe bei Wohnungswechseln an

Bürgermeister Alexander Kleine nahm an einer Mieterversammlung teil und hörte sich die Sorgen der Bewohner an. Die Stadt verwies dabei auch auf freie Wohnungen bei der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft Wobau. Für einen gewünschten Wohnungswechsel stünden in enger Abstimmung mit der Wobau Ansprechpartner bereit.

„Wir als Stadt versuchen, die betroffenen Mieter bestmöglich zu unterstützen“

Ob die Stadt oder die Wobau den gesamten Wohnblock übernehmen könnten, war zuvor ebenfalls Thema. Vor der gerichtlichen Klärung erklärte Kleine, dass entsprechende Überlegungen wegen der ungeklärten Eigentumsverhältnisse nicht weiterverfolgt werden könnten. Nun könnte dieser Vorschlag erneut aufgegriffen werden. Die wechselnden Geschäftsführer der Eigentumsfirma erschwerten jedoch ein vertrauensvolles Verhältnis.

Neuer Geschäftsführer bei der Panorama GmbH

Ein persönliches Gespräch zwischen der Stadt und Roman Cop, zu dem bislang nur schriftlicher Kontakt bestand, hat laut Bericht nicht stattgefunden. Cop sei nach Informationen der Altmark-Zeitung inzwischen nicht mehr für das Objekt in Klötze zuständig. Neue Mietverträge seien bereits von einem anderen Panorama-Mitarbeiter unterschrieben worden.

Als Geschäftsführer der Panorama GmbH sei Cop offiziell nie eingetragen gewesen, wohl aber als Geschäftsführer anderer Firmen wie der Sun Estate. Seit der vergangenen Woche habe die Panorama GmbH laut Northdata einen neuen Geschäftsführer: Mustafa Can Jouni aus Berlin. Das Firmennetzwerk, das in Klötze involviert ist, bleibt laut Bericht undurchsichtig.

Angaben von Mietern, wonach auch die Grundsteuer für die Immobilie nicht an die Stadt gezahlt werde, bestätigte die Stadt nicht. Zu einzelnen steuerlichen Angelegenheiten erteile sie aus Datenschutzgründen keine Auskunft. Für die Bewohner bleibt damit vor allem die Frage offen, wie es mit ihren Wohnungen weitergeht und ob ein Wechsel in eine andere Wohnung möglich wird.