Arendsee soll grüner, lebendiger und klimafreundlicher werden. Bei einem offenen Gesprächskreis auf dem Marktplatz entwickelten Bürgerinnen und Bürger zahlreiche Vorschläge für die Stadt und ihre Ortsteile. Ein konkreter Termin steht bereits fest: Am Dienstag, 8. September, soll die Fläche vor dem Haus des Gastes neu gestaltet werden.
Ab 9 Uhr will dort ein Fernsehteam des MDR aus der Reihe „Mitmachen statt meckern“ gemeinsam mit Freiwilligen pflanzen. Die Aktion wurde von Christa Ringkamp im Rahmen der „Beton-Knacker-Initiative“ angekündigt. Im Anschluss soll geprüft werden, ob eine weitere Gesprächsrunde organisiert wird, um zusätzliche Ideen aufzunehmen und nächste Schritte zu planen.
Viele Vorschläge für Straßen und Plätze
Zu dem Gesprächskreis hatte Arendsees Klimaschutzbeauftragte Annika Tietz eingeladen. Teilgenommen haben unter anderem Bürgermeister Norman Klebe, die Linken-Politikerin Natja Lüttich und Christa Ringkamp von der Gartenakademie. Nach Angaben der Quelle brachten die Teilnehmenden Ideen aus Arendsee und den umliegenden Dörfern ein.
Im Mittelpunkt standen sowohl kurzfristig umsetzbare Maßnahmen als auch längerfristige Projekte. Genannt wurden begrünte Verkehrsinseln in Leppin, bienenfreundliche Blumen an Baumscheiben und zusätzliche Bäume entlang der Straßen. Sie sollen Schatten spenden und das Mikroklima verbessern.
Als Beispiel für privates Engagement wurde eine Anwohnerin aus der Friedensstraße genannt. Sie hatte dort eigenständig eine Baumscheibe angelegt, gepflegt und verschönert. Außerdem schlugen die Teilnehmenden Projekttage vor, bei denen Kinder und Jugendliche an der Stadtgestaltung beteiligt werden könnten.
Weitere Ideen betreffen die Kaskaden, den Marktplatz und den Friedhof. Dort könnten Bereiche neu begrünt, Blumeninseln angelegt oder ungenutzte Flächen mit blühenden Stauden und Sträuchern bepflanzt werden. Als Vorbild wurde der „Lebendige Friedhof“ in Ritzleben genannt.
Regenwasser soll länger vor Ort bleiben
Die Runde beschäftigte sich auch mit dem Wasserhaushalt. Bürgerinnen und Bürger regten an, Regenwasser nicht so schnell in die Flüsse abzuleiten, sondern stärker vor Ort zu speichern. Vorgeschlagen wurden Regentonnen an Fallrohren, mit deren Wasser Blumen und Grünflächen versorgt werden könnten.
Zusätzlich wurde angeregt, Grabenwehranlagen wieder funktionsfähig zu machen. Dadurch könne Regenwasser länger in der Landschaft bleiben. Die Initiatoren verbinden die Vorschläge mit dem Ziel, das lokale Klima zu stabilisieren und die ökologische Vielfalt zu fördern.
Aus dem Gesprächskreis könnte eine offene Bürgerinitiative für Arendsee und seine Ortsteile entstehen. Sie soll Ideen sammeln, bei Förderanträgen helfen und Projekte gemeinschaftlich umsetzen. Nach Einschätzung der Beteiligten können viele kleine Maßnahmen zusammen eine größere Wirkung für das Stadtbild und die Natur entfalten.