Das Bürgerwindrad im Windpark Jeggeleben hat einen wichtigen Finanzierungsschritt erreicht: Die Genossenschaft Bürgerenergie Rückenwind und ihre Finanzierungspartner haben einen Kreditvertrag über 2,2 Millionen Euro unterzeichnet. Vollständig gesichert ist das Projekt damit jedoch noch nicht. Für das vorgesehene Eigenkapital von einer Million Euro fehlen weiterhin Anteile.

Die Vertragsunterzeichnung fand am Donnerstag in Jeggeleben statt. Dorthin kamen Vertreter der VR Bank Prignitz und der Volksbank Magdeburg sowie Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Bürgerenergie Rückenwind und Vertreter des Windparkbetreibers Windstrom. Mit der Unterzeichnung sei das Vorhaben einen entscheidenden Schritt vorangekommen, teilte die Genossenschaft mit.

Eigenkapital reicht bisher noch nicht aus

Nach Angaben der Genossenschaft sind derzeit rund 220.000 Euro Eigenkapital eingeworben. Weitere rund 270.000 Euro an Anteilen sind vorgemerkt. Das ursprünglich geplante Eigenkapital von einer Million Euro ist damit noch nicht vollständig erreicht.

Eine Zwischenfinanzierung soll diese Lücke zunächst überbrücken. Möglich wird sie nach Angaben der Genossenschaft mit Unterstützung der Firma Windstrom. Vorstandsmitglied Dirk Szodrak sagte der Altmark-Zeitung:

„Stand heute haben wir das Eigenkapital nicht eingeworben und haben das große Glück, eine Zwischenfinanzierung mit Hilfe der Firma Windstrom darstellen zu können.“
Die Genossenschaft gewinnt dadurch Zeit, um weitere Mitglieder und Anteile einzuwerben.

Für diese zusätzliche Mitgliederwerbung sind zunächst sechs Monate vorgesehen. Die Bürgerenergie Rückenwind zählt derzeit knapp 200 Mitglieder. Szodrak formulierte als Ziel, bis zum ersten Advent oder Nikolaus die Einwerbung abzuschließen:

„Wir hoffen, dass wir eigentlich zum ersten Advent oder zum Nikolaus sagen können: So, jetzt machen wir den Stiefel zu“

Informationsabende in Salzwedel, Lüchow und Platenlaase

Weitere Informationsveranstaltungen sollen Interessierte über das Projekt und eine Beteiligung informieren. Vorgesehen sind:

  • 29. August, 19 Uhr: Bürgermeisterhof in Salzwedel
  • 8. September, 19 Uhr: Qbus in Lüchow
  • 1. Oktober, 19 Uhr: Café Grenzbereiche in Platenlaase

„Wir bemühen uns weiterhin, natürlich hauptsächlich das Eigenkapital hier in der Gegend zusammenzusammeln, werden aber auch noch mal weiter in die Fläche gehen“, erklärte Szodrak.

Finanzierung über 20 Jahre

Der Kredit über 2,2 Millionen Euro ist nach Angaben von Sebastian Wienke von der Volksbank Raiffeisenbank Prignitz auf insgesamt 20 Jahre angelegt. Nach der Inbetriebnahme des Windrads ist zunächst ein tilgungsfreies Jahr vorgesehen. In dieser Zeit sollen Reserven aufgebaut werden. Danach wird der Kredit über 19 Jahre zurückgezahlt.

Die Laufzeit entspricht der vorgesehenen EEG-Vergütung. Wienke bezeichnete das Finanzierungsmodell als klassische Projektfinanzierung und erklärte, das Vorhaben sei auch für die Bank ein Novum. Der Betrieb des Windrads in Bürgerhand soll die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern fördern und die Wertschöpfung in der Region halten.