Seehausen/Landkreis Stendal. Immer mehr Grundstückseigentümer in Sachsen-Anhalt lassen sich private Gartenbrunnen bohren. Von der steigenden Nachfrage profitiert auch der Seehäuser Brunnenbaumeister Rüdiger Rauch, der mit seinem Sohn Matthias und seinem Team regelmäßig im Landkreis Stendal im Einsatz ist. Das Unternehmen bohrt nach eigenen Angaben weiterhin drei bis vier Brunnen pro Woche.
Für Hausbesitzer geht es dabei vor allem um eine eigene Wasserquelle für die Gartenbewässerung. Trockene, heiße Sommer, klimabedingte Trockenphasen, sinkende Grundwasserspiegel und steigende Trinkwasserkosten verstärken den Wunsch, Rasen und Beete unabhängig und günstiger zu bewässern. Trinkwasser soll für diese Zwecke geschont werden.
Bis zu 100 Meter tief unter der Erde
Wie tief gebohrt werden muss, hängt von den örtlichen Bedingungen ab. Nach Angaben des Brunnenbaumeisters können die Bohrungen bis zu 100 Meter ins Erdreich reichen. In und um Seehausen genügen demnach teilweise bereits etwa 20 Meter.
Rauch arbeitet nicht nur an Gartenbrunnen. Im Zuge von Heizungssanierungen ist der Betrieb zunehmend auch mit Erdwärme befasst. Der Einsatzbereich des Altmärkers erstreckt sich über einen Radius von rund 100 Kilometern. Zu den Schwerpunkten gehören der Landkreis Stendal, der Altmarkkreis Salzwedel und die Prignitz. Einen Auftrag gab es laut Bericht außerdem bereits in Brandenburg an der Havel.
Traditionsbetrieb mit gesicherter Nachfolge
Der Familienbetrieb wurde 1924 von Reinhold Nickel in der Mühlenstraße 8 gegründet. Später übernahm Rudi Rauch das Unternehmen und verlegte den Firmensitz an die Straße vor dem Mühlentor. Dort befindet er sich bis heute, ergänzt um mehrere Umbauten und Erweiterungen.
Nach dem plötzlichen Tod des damaligen Inhabers im Jahr 1985 führte dessen Ehefrau Gerda den Betrieb zunächst kommissarisch weiter. Im Mai 1986 ging das Unternehmen vollständig an ihren Sohn Rüdiger Rauch über. Heute besteht das Team aus fünf Mitarbeitern und dem Chef.
Nach Darstellung von Rüdiger Rauch gibt es nur noch wenige Brunnenbauer. Entsprechend gefragt sei das Handwerk. Seine eigene Nachfolge ist innerhalb der Familie bereits vorbereitet: Sohn Matthias arbeitet mit ihm auf den Baustellen. Auch dessen Sohn Tom zeigt Interesse am Beruf und begleitet Vater und Großvater bereits häufig.
Brunnenbauer sucht weitere Mitarbeiter
Wie viele Brunnen Rüdiger Rauch im Laufe seines Berufslebens gebohrt hat, weiß er laut Bericht selbst nicht. Fest steht: Die derzeitige Arbeitsbelastung bleibt hoch. Nachdem eine gelernte Fachkraft in den Ruhestand gegangen ist, möchte der Betrieb weitere Beschäftigte gewinnen.
Gesucht werden Menschen, die bereit sind, im Erdreich und Schlamm zu arbeiten. Rauch erklärt: Wir sind jederzeit offen für Bewerbungen. Interessierte können sich demnach beim Seehäuser Brunnenbaubetrieb vorstellen.