Im Planschbecken am Gardelegener Wall leben mindestens drei Schildkröten. Die Tiere wurden wiederholt beim Sonnen auf einer Holzplanke und nahe der Stelle beobachtet, an der das Gewässer in die Milde fließt. Die Stadt will sie vorerst nicht einfangen lassen.
Das Ordnungsamt hat die Entscheidung in Absprache mit dem Veterinäramt und der Unteren Naturschutzbehörde getroffen. Wie viele Schildkröten tatsächlich in dem stark zugewachsenen Planschbecken leben und seit wann sie dort sind, ist nach Angaben der Quelle unklar. Auch die genaue Art konnte nicht bestimmt werden. Vermutet wird eine Wasserschildkrötenart.
Keine Einfangversuche geplant
Ordnungsamtsleiter Florian Kauer teilte der Altmark-Zeitung auf Nachfrage mit, dass es keine Einfangversuche geben werde. Er schätzt, dass die Tiere wahrscheinlich ausgesetzt wurden. Solange sie sich im Planschbecken wohlfühlen, dürfen sie dort bleiben.
Das Einfangen dürfte zudem schwierig sein: Die Schildkröten seien schwer zu beobachten und verschwänden schnell wieder im Wasser, wenn Spaziergänger vorbeikämen. Dort bieten viele Wasserlinsen zusätzlichen Schutz.
Erinnerung an die Schildkröte im Stadtgraben
Die Entscheidung erinnert an eine Amerikanische Schmuckschildkröte, die 2024 nur wenige Meter entfernt im Gardelegener Stadtgraben entdeckt worden war. Das Tierheim versuchte damals mehrfach, das Tier mit einer eigens gebauten und wiederholt versetzten Falle sowie mit Futter einzufangen. Die Versuche blieben erfolglos. Die Schildkröte blieb deshalb im Stadtgraben.
Bürger hatten bereits 2024 berichtet, in den Jahren zuvor mehrere Schildkröten im Stadtgraben gesehen zu haben. Die aktuelle Meldung betrifft Gardelegen und nicht die Hansestadt Stendal.