Die Gemeinde Rohrberg will die Schließung ihrer einzigen verbliebenen Kindertagesstätte verhindern. Nach einer Beschlussvorlage plant die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, die Kita „Schoorbergzwerge“ in etwa fünf Jahren zu schließen und die Betreuung in einen Ersatzneubau in Beetzendorf zu integrieren. Das wurde bei der jüngsten Ratssitzung am Montagabend, 24. August, in Rohrberg erneut deutlich.
Bürgermeisterin Silke Niebur widerspricht dem Vorhaben. Ihrer Darstellung zufolge ist das Hauptgebäude der Kita in einem sehr guten Zustand. Lediglich ein Nebengebäude, in dem Spielgeräte und Dekoration aufbewahrt werden, solle nach einer Begutachtung abgerissen werden. Für diesen Teil sei eine neue Unterstellmöglichkeit erforderlich.
Gemeinde sieht keinen Grund für eine Schließung
Niebur erinnerte im Rat daran, dass der Sozialausschuss der Verbandsgemeinde am 20. Juli getagt hatte. VG-Bauamtsleiter Markus Starck präsentierte dort eine Mängelliste zur Kita in Rohrberg. Außerdem wurden Unterschriften für den Erhalt der Einrichtung übergeben. Am folgenden Tag kam der Rohrberger Gemeinderat zusammen.
Die Bürgermeisterin erklärte, der geplante Neubau in Beetzendorf sei nicht automatisch ein Argument für die Schließung in Rohrberg. In einem Schreiben an den VG-Ratsvorsitzenden Carsten Borchert, das sie am 27. Juli abgeschickt habe, habe sie diese Position dargelegt. Eine Antwort habe sie nach ihren Angaben bislang nicht erhalten.
Am 18. August besichtigten Vertreter der Gemeinde und der Verbandsgemeinde die Kita. Neben Niebur und Ratsmitgliedern nahmen der VG-Bauamtsleiter sowie die Sachgebietsleiterin für Kindertageseinrichtungen teil. Nieburs Fazit lautete: „Das Kita-Gebäude ist in einem Top-Zustand.“
Sie verwies zugleich auf einzelne Punkte aus der Mängelliste. Der Dachboden könne zwar ausgebaut werden, notwendig sei das aber nicht. Eine Dämmung lasse sich mit überschaubarem Aufwand ergänzen. Auch die fehlende Fassadendämmung sei aus ihrer Sicht kein entscheidendes Argument, weil andere Kitas ebenfalls nicht gedämmt seien.
Streit über Nebengebäude, Kinderzahlen und Prioritäten
Anders bewertet wird das Nebengebäude. Zimmermann Stefan Micheel habe den Abriss empfohlen. Das Haus sei zwar nicht einsturzgefährdet, unter anderem wegen minderwertigen Nadelholzes sei eine Sanierung jedoch nicht sinnvoll. Erzieherin Christin Mette schlug vor, den Keller möglicherweise als Lager zu nutzen.
In der Diskussion ging es auch um sinkende Kinderzahlen und die Personalausstattung. Mette brachte eine Anpassung des Personalschlüssels ins Gespräch. Ratsherr Dr. Thomas Loeseken kritisierte außerdem, dass weiterhin keine Prioritätenliste mit nachrangigen Maßnahmen vorliege. Ein Bürger äußerte den Eindruck, bei der Debatte gehe es vor allem um Gebäude und Zahlen und zu wenig um pädagogische Gesichtspunkte.
Niebur betonte, kleine Einrichtungen wie Rohrberg und Wallstawe gehörten nach ihrer Rechnung zu den am besten aufgestellten Kitas. Die Zahlen belegten aus ihrer Sicht nicht, dass größere Einrichtungen grundsätzlich vorteilhafter seien. Sie warnte davor, die geplante Schließung einfach hinzunehmen, und verwies auf den bisherigen Protest von Eltern und Erziehern.
Der Sozialausschuss der Verbandsgemeinde sollte sich am Dienstag, 25. August, erneut mit dem Kita-Neubau in Beetzendorf und einer möglichen Schließung in Rohrberg befassen. Ein Ergebnis lag zum Redaktionsschluss noch nicht vor. Weitere Protestaktionen von Eltern und Erziehern wurden erwartet.