Das traditionsreiche Inselfest in Langenapel fällt aus. Veranstalter Daniel Lange von Lange Events aus Osterburg sagte die für das Wochenende geplante Veranstaltung kurzfristig ab, nachdem die Stadt Salzwedel umfangreiche Sicherheitsauflagen verlangt hatte. Auf der Insel gibt es nach Angaben der Stadt nur einen Zugang.
Geplant war am Freitag der Aufbau. Am Samstag sollte ein Party- und Tanzabend mit der Liveband „Kokas“ stattfinden, der Sonntag war wie gewohnt als Familientag vorgesehen. Plakate an den Straßen und Beiträge in sozialen Medien hatten bereits für das Fest geworben.
Anzeige erst am 7. August
Die Veranstaltung sollte auf einem städtischen Grundstück stattfinden. Nach Angaben von Eiko Petruschat, Fachdienstleiter im Ordnungsamt, zeigte Lange das Fest erst am Freitag, 7. August, bei der Stadt an. Stadtsprecher Andreas Köhler bezeichnete den Zeitpunkt als sehr kurzfristig.
Die Stadt forderte daraufhin einen Lage- und Evakuierungsplan, ein Sicherheitskonzept und einen zweiten Rettungsweg. Hinzu kamen Brandwachen, Ersthelfer sowie ein Rettungswagen mit Besatzung. Der zweite Rettungsweg ist aus Sicht der Stadt besonders wichtig, weil die Insel nur über einen Zugang erreichbar ist.
Stadt weist Vorwurf überzogener Auflagen zurück
In sozialen Medien war unter anderem der Eindruck geäußert worden, die Stadt habe das Inselfest mit Großveranstaltungen wie dem Hurricane-Festival oder Wacken verwechselt. Die angeordneten Anforderungen wurden dort als unverhältnismäßig kritisiert. Die Hansestadt Salzwedel wies das zurück.
Petruschat verwies auf die für das Wochenende erwartete Hitze und eine verschärfte Bedrohungslage. Bürgermeister Olaf Meining betonte, die Auflagen seien keine Schikane. Ein zweiter Rettungsweg sei zwingend erforderlich, damit Besucher im Fall einer Massenpanik sicher evakuiert werden könnten.
Nach Darstellung der Stadt gelten die Anforderungen grundsätzlich für Feste dieser Größenordnung und seien Standard. Der Veranstalter hatte 350 Gäste angegeben. Die Stadt ging jedoch davon aus, dass es bei einem bekannten Fest schnell mehr Besucher werden könnten. Besondere, vom Land vorgegebene Auflagen greifen laut Bericht erst ab 1000 Besuchern.
Stadt beklagt späte Planung
Meining kritisierte, dass die Veranstaltung nicht früher angemeldet worden sei. Dann hätten Stadt und Veranstalter möglicherweise gemeinsam Lösungen suchen können. Im vergangenen Jahr war das Inselfest nach seinen Angaben überhaupt nicht bei der Stadt angezeigt worden.
Der Bürgermeister erklärte, die Stadt sei auf das Fest aufmerksam geworden, nachdem Petruschat die Plakatwerbung gesehen und den Veranstalter zur Vorlage eines Sicherheitskonzepts aufgefordert hatte. Offiziell abgesagt wurde das Inselfest bei der Stadt laut Bericht nicht. Meining erfuhr von der Absage nach eigenen Angaben über soziale Medien und den Ortsbürgermeister Frank Wüstemann.