Im Klötzer Altmarksaal steht im Oktober wieder ein turbulentes Theaterwochenende bevor: Die Gruppe „Sisters of Shakespeare“ führt vom 16. bis 18. Oktober ihr neues Stück „Kaktus kontra Julia“ auf. In der Bühnenhandlung treffen die Frauen, die eigentlich „Romeo und Julia“ proben wollen, wegen einer Fehlbuchung auf einem Schiff auf den Männerchor aus Neuferchau. Während die Sänger für ihr Chorjubiläum „Mein kleiner grüner Kaktus“ einstudieren möchten, ist das Chaos vorprogrammiert.
Theaterchef Kay Knittel kündigt mehrere Überraschungen an. Das Publikum soll direkt in das Geschehen einbezogen werden; außerdem wird auch aus dem Zuschauerraum gespielt. Livegesang und Tänzerinnen gehören ebenfalls zum Programm. Für die Klötzer Theatergruppe beginnen mit den Aufführungen zugleich die „Klötzer Festwochen“. In der Woche danach schließt sich der Martinimarkt an. Viele Schausteller sind bereits zum Theaterstück vor Ort und wollen sich die Aufführung ansehen.
Neue Lösung für die Schauspieler hinter der Bühne
Eine technische Neuerung soll in diesem Jahr den Ablauf für die Akteure erleichtern. Hinter der Garderobe wird eine TV-Übertragung des Stücks eingerichtet. So können die Schauspieler verfolgen, wie die Aufführung läuft und wann ihr Auftritt bevorsteht. Die Stagemanager sind per Funk verbunden und übernehmen den Ablauf vom Einlass bis zur Platzierung.
Knittel selbst übernimmt in diesem Jahr die Rolle des Kapitäns auf dem Schiff. Ursprünglich war dafür ein Gastauftritt des Klötzer Bürgermeisters Alexander Kleine vorgesehen. Aus dramaturgischen Gründen kommt dieser Auftritt jedoch nicht zustande. Stattdessen wird Kleine im Bühnenbild verewigt. Knittel wollte eigentlich nicht mehr selbst auf der Bühne stehen, weil die Arbeit als Regisseur und Ideengeber viel Zeit beansprucht. Einige neue Gesichter verstärken die Gruppe in diesem Jahr.
Letztes Stück einer externen Autorin
„Kaktus kontra Julia“ stammt von Martina Worms. Die Klötzer haben bereits mehrere Stücke der Autorin gespielt, darunter „14 Tage Luxus“. Worms besuchte außerdem schon einmal eine Aufführung in Klötze. Sie ist inzwischen verstorben. Für die Theatergruppe soll „Kaktus kontra Julia“ das letzte Stück eines fremden Autors bleiben.
Die Gruppe arbeitet bereits an eigenen Texten. Das Jubiläumsstück zum 20-jährigen Bestehen im kommenden Jahr wird schon geschrieben; außerdem ist ein weiteres Stück für das 21. Jahr in Arbeit. Bis dahin bleibt es bei einer bearbeiteten Vorlage: Das eingekaufte Stück wird mit zahlreichen Klötzer Anspielungen ergänzt.
Proben, Kartenverkauf und Helfersuche
Das Bühnenbild ist seit einigen Wochen fertig und soll bald auf der Bühne aufgebaut werden. Dadurch können die Proben direkt in der Originalkulisse stattfinden. Im September ist ein Workshop mit der Schauspielerin Kerstin Dathe geplant. Beim traditionellen Termin am 3. Oktober will die Gruppe noch an Details arbeiten, bevor die Premiere ansteht.
Die drei Aufführungen finden am 16., 17. und 18. Oktober im Altmarksaal statt. Karten gibt es am Dienstag, 1. September, von 17 bis 19 Uhr im Altmarksaal.
Für die Organisation und Gestaltung werden weiterhin Mitstreiter gesucht. Aufgaben gibt es unter anderem beim Kulissenbau, Nähen, Schminken, Handwerken und Einlass. Die jüngsten Mitglieder der inzwischen etwas verjüngten Gruppe sind 21 Jahre alt. Knittel setzt darauf, dass sie zusätzlichen Elan in die Theaterarbeit bringen.