Das Kloster Arendsee ist erstmals Teil des MDR-Musiksommers gewesen. Vor der Ruinenkulisse des ehemaligen Benediktinerinnenklosters traten der MDR-Rundfunkchor und das Leipziger Hornquartett auf. Dirigent des Konzerts war Josep Vila i Casañas.
Die Veranstaltung fand bei sommerlichen Temperaturen im Klostergarten statt. Zahlreiche Besucher verfolgten das Konzert dort teils auf Stühlen, teils auf Decken im Gras. Die historische Anlage bildete dabei den Rahmen für ein Programm, das Musik, Natur und die Geschichte des Ortes miteinander verband.
Ein Abend zwischen Wald, Romantik und Jagdmusik
Inhaltlich stand der Wald im Mittelpunkt des 35. Musiksommers. Chorsätze über Jagd, Jahreszeiten und Natur griffen Themen wie Freiheit, Heimat und Ursprünglichkeit auf. Das Leipziger Hornquartett ergänzte die Männerstimmen mit einem Klang, der im Programm immer wieder mit Jagd und Natur verbunden wurde.
Der musikalische Bogen reichte von der deutschen Romantik über ungarische Volksmusik bis zu baskischen Melodien. Den Auftakt bildete Gioachino Rossinis „Le rendez-vous de chasse“, eine virtuose Komposition für die vier Hörner des Leipziger Hornquartetts.
Anschließend erklangen Felix Mendelssohns sechs Lieder op. 50. Die Werke zeichneten Naturbilder aus der Romantik – darunter der Abschied eines Jägers, Sommerwiesen, Wanderschaft und Weingenuss. Der MDR-Rundfunkchor gestaltete die Stücke mit erzählerischer Wirkung.
Von Schubert bis Schumann
Franz Schuberts „Sei uns gegrüßt, o Nacht“ aus „Nachtgesang im Walde“ führte Stimmen und Hörner zu einem nächtlichen Klangbild zusammen. Béla Bartóks altungarische Volkslieder brachten laut der Veranstaltungsbeschreibung eine rhythmisch prägnante und direkte Tonsprache in den Abend ein.
Mit Franz Liszts Vertonung von Goethes „Über allen Gipfeln ist Ruh‘“ wechselte das Konzert in eine ruhigere, meditative Stimmung. Danach öffnete sich das Programm mit Jesús Guridis baskischen Volksliedern nach Spanien. Die Lieder handelten von Heimkehr, Wein, Morgendämmerung und bäuerlichem Alltag.
Anton Richters Stücke für Jagdhörner rückten anschließend erneut das Hornquartett in den Mittelpunkt. Richard Strauss’ „Fröhlich im Maien“ setzte einen frühlingshaften Akzent. Den Schlusspunkt bildeten Robert Schumanns Gesänge op. 137 mit Jagdliedern über Lebensfreude, Wachsamkeit und den Rhythmus eines frühen Morgens.
Vereinsvorsitzender Uwe Walter begrüßte die Ensembles nach Angaben des Berichts mit sichtbarem Stolz. Das Publikum reagierte mit lang anhaltendem Applaus und dem Wunsch nach einer Zugabe. Die Veranstaltung wurde von AZ Altmark Stendal am 31. August 2026 um 18 Uhr veröffentlicht.
Für Stendal ist der Konzertbericht vor allem als Kulturmeldung aus der Altmark relevant: Der Veranstaltungsort Arendsee liegt jedoch nicht in der Hansestadt Stendal.