Nach mehreren Bränden auf einem Grundstück an der Bundesstraße 248 in Mellin wächst die Sorge unter den Anwohnern. Zuletzt brannte am 4. August eine Scheune direkt neben dem Hofladen des Dorfes. Der Altmarkkreis Salzwedel sieht nach einer Prüfung vor Ort jedoch keine unmittelbare Gefahr. Zugleich wurde der Eigentümer aufgefordert, das Gelände innerhalb von 14 Tagen aufzuräumen.

Die wiederholten Feuer waren Thema der Sitzung des Beetzendorfer Gemeinderats am Donnerstag, 20. August. Auf dem Grundstück stehen mehrere Ruinen, teilweise als Folge früherer Brände. Ein weiterer problematischer Bereich befindet sich nach Angaben aus der Sitzung seit Jahren in unmittelbarer Nähe des Dorfgemeinschaftshauses.

Gemeinde widerspricht Einschätzung des Kreises

Mitarbeiterinnen des Altmarkkreises Salzwedel besichtigten das Grundstück, nachdem die Gemeinde den Fall über das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf an das Kreisbauamt weitergeleitet hatte. Als Ergebnis erhielt die Gemeinde eine E-Mail mit der Feststellung, dass keine „Gefahr im Verzug“ vorliege.

Bürgermeister Enrico Lehnemann widerspricht dieser Einschätzung. Bei einem eigenen Termin habe er unter anderem einen offenen Giebel gesehen und deshalb eine akute Gefahr angenommen. Die Gemeinde wolle sich mit der Antwort des Kreises nicht zufriedengeben. Gleichzeitig räumte der Bürgermeister ein, dass die kommunalen Handlungsmöglichkeiten begrenzt seien, solange die zuständigen Behörden keinen weitergehenden Handlungsbedarf feststellen.

„Wir sind alle etwas erstaunt und werden uns mit dieser Antwort nicht zufriedengeben“

sagte Lehnemann in der Ratssitzung. Er erwarte ein Vorgehen nach Recht und Gesetz, aber auch mehr Einfühlungsvermögen gegenüber den betroffenen Menschen.

Eigentümer erhält 14 Tage Frist

Nach Angaben des Bürgermeisters wurde der Eigentümer angeschrieben. Er hat nun 14 Tage Zeit, auf die Aufforderung zu reagieren und das Grundstück aufzuräumen. Für die Gemeinde bleibt die Situation unbefriedigend: Die Anwohner nähmen wahr, dass trotz der Brände und der sichtbaren Schäden lange nichts geschehe.

Auch aus Mellin selbst kommt zusätzlicher Druck. Ratsherr Martin Tessmer, der zugleich die Interessen des Ortes vertritt, sammelte Unterschriften und übergab sie am Dienstag dem Bürgermeister. Die Antwort des Altmarkkreises könne aus seiner Sicht keine Lösung sein.

Weitere Beschwerden aus dem Gemeinderat

In der Sitzung wurden zudem andere Grundstücke im Zuständigkeitsbereich angesprochen. Ratsherr Wilfried Schröder berichtete von einem vermüllten Gelände in Peertz, um dessen Beräumung er sich seit Monaten bemühe. Dort stehe unter anderem ein altes Auto auf dem Gehweg. Hoch gestapeltes Holz könne zudem auf Gehweg oder Straße fallen.

Schröder kritisierte außerdem ein bewohntes Grundstück in Tangeln, bei dem nach seinen Angaben unklar sei, wer dort lebe. Das Ordnungsamt sehe in beiden Fällen keinen Handlungsbedarf. Die Debatte zeigt damit einen grundsätzlichen Konflikt: Gemeinden und Anwohner fordern schnelleres Handeln, während die zuständige Kreisbehörde im Fall Mellin zunächst keine unmittelbare Gefahr festgestellt hat.