In Magdeburg ist der erste Spatenstich für ein neues Stadtquartier gesetzt: Auf dem Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks in Alt Salbke hat am 21. August 2026 die Umsetzung des Projekts Rawsburg begonnen. Geplant sind Investitionen von rund 800 Millionen Euro. Nach Angaben der Landesregierung gehört das Vorhaben damit zu den größten Revitalisierungsvorhaben in Sachsen-Anhalt.

Für Leserinnen und Leser in Stendal ist das Projekt vor allem als landesweit bedeutendes Beispiel für die Umwandlung einer früher industriell genutzten Fläche relevant. Rawsburg soll nicht nur ein neues Wohngebiet werden, sondern ein gemischt genutztes Quartier, in dem Wohnen, Arbeiten, Betreuung, Freizeit und Kultur verbunden werden. Einen konkreten Termin für die vollständige Fertigstellung gibt es bislang nicht.

2.000 Wohnungen auf ehemaligem Bahnareal

Das Areal umfasst rund 26 Hektar im Magdeburger Stadtteil Alt Salbke. Dort sollen nach den bisherigen Planungen etwa 2.000 Wohneinheiten entstehen. Vorgesehen sind außerdem Büroflächen sowie Einrichtungen für Gesundheit und Kinderbetreuung. Ergänzt wird das Konzept durch Angebote für Freizeit, Kultur und Veranstaltungen.

Die Entwicklung verändert eine große frühere Industriefläche im Süden Magdeburgs grundlegend. Aus dem ehemaligen Bahnareal soll schrittweise ein eigenständiger Stadtteil mit unterschiedlichen Nutzungen entstehen. Neue Gebäude, Boulevards und öffentliche Grünflächen sollen den vorhandenen Bestand ergänzen.

Historische Gebäude bleiben Teil der Planung

Ein wichtiger Bestandteil des Vorhabens ist der Umgang mit der Geschichte des Standorts. Historische Gebäude auf dem Gelände sollen erhalten und in die weitere Entwicklung einbezogen werden. Gleichzeitig sind Neubauten und neue öffentliche Räume geplant. Wie diese Elemente architektonisch miteinander verbunden werden, gilt als entscheidend für das spätere Erscheinungsbild von Alt Salbke.

Auch die Begrünung spielt eine zentrale Rolle. Nach Angaben der Landesregierung sollen mehr als 450 neue Bäume gepflanzt werden. Zusammen mit den geplanten Boulevards und weiteren Grünflächen sollen sie zusätzliche Aufenthaltsbereiche und Räume für Begegnungen schaffen.

Baustart markiert Beginn der Umsetzung

Beim Spatenstich waren Ministerpräsident Sven Schulze, Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris und Investoren vertreten. Schulze hob laut der vorliegenden Mitteilung sowohl die künftige Mischung aus Wohnen und Arbeiten als auch den Erhalt der Standortgeschichte hervor. Das Gesamtkonzept für Rawsburg wurde bereits international ausgezeichnet.

Mit dem ersten Spatenstich geht das Projekt nun von der Planung in die praktische Umsetzung. Wie schnell die einzelnen Bauabschnitte realisiert werden und wann das gesamte Quartier fertig sein könnte, ist derzeit offen: Die Pressemitteilung der Landesregierung nennt keinen konkreten Zeitplan für den Abschluss.