Am Donnerstagmorgen haben Ermittler in fünf Bundesländern insgesamt 15 Objekte durchsucht. Ein Durchsuchungsort lag nach Informationen der Altmark Zeitung im Gardelegener Ortsteil Ipse. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Halle richten sich gegen den Verdacht, die seit 2023 verbotene rechtsextreme Vereinigung „Artgemeinschaft“ fortzuführen.

Betroffen waren neben Sachsen-Anhalt auch Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die federführende Staatsanwaltschaft bestätigte gegenüber der Altmark Zeitung, dass die Einsätze Teil eines bundesweiten Ermittlungsverfahrens gegen mutmaßliche Mitglieder der verbotenen Vereinigung sind.

Was der Einsatz in Ipse mit einer Sonnenwendfeier zu tun haben soll

Für besondere Aufmerksamkeit sorgt der Einsatz, weil er offenbar mit einer Sonnenwendfeier im Juni auf dem Grundstück des AfD-Landtagskandidaten Simon Lansmann zusammenhängt. Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ sollen an der Feier auch ehemalige Mitglieder der „Artgemeinschaft“ teilgenommen haben.

Bei der Veranstaltung soll zudem ein verbotenes Lied der Hitlerjugend gesungen worden sein. Nach den vorliegenden Informationen war auch Sebastian Koch, der zweite AfD-Landtagskandidat im Altmarkkreis Salzwedel, bei der Feier anwesend. Beide Politiker waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

AfD-Kandidat äußert sich zur Durchsuchung

Inzwischen hat sich Sebastian Koch auf Instagram zur Durchsuchung seines Wohnhauses geäußert. Er erklärte, durch die Maßnahme „jegliches Vertrauen in die Institutionen“ sowie den Glauben an den Rechtsstaat verloren zu haben. Außerdem äußerte er den Verdacht, die Durchsuchung könne politisch motiviert sein. Koch kündigte an, sich vorerst aus den sozialen Medien zurückzuziehen.

Die Durchsuchung steht offenbar im Zusammenhang mit Kochs Teilnahme an der Sonnenwendfeier auf dem Grundstück seines Parteifreundes Lansmann. Dort sollen nach den genannten Recherchen ebenfalls ehemalige Mitglieder der seit 2023 verbotenen „Artgemeinschaft“ anwesend gewesen sein. Ob und welche konkreten Vorwürfe sich gegen einzelne Beteiligte richten, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

Weiterer Einsatz nahe der Grenze zum Altmarkkreis

Auch im benachbarten Landkreis Lüchow-Dannenberg liefen am Donnerstag Ermittlungsmaßnahmen. Nach einem Bericht der Elbe-Jeetzel-Zeitung durchsuchten Ermittler einen Hof in Breese im Bruche, einem Ortsteil der Gemeinde Jameln. Das Anwesen soll einem bekannten Rechtsextremisten gehören.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Halle war auch diese Durchsuchung Teil der bundesweiten Ermittlungen gegen mutmaßliche Mitglieder der verbotenen „Artgemeinschaft“. Breese im Bruche liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zum Altmarkkreis Salzwedel entfernt.