Für den Stendaler Dom St. Nikolaus ist ein weiterer großer Sanierungsschritt finanziell abgesichert: 5,4 Millionen Euro Fördermittel aus dem Sondervermögen des Bundes werden für das historische Bauwerk bereitgestellt. Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra übergab den Fördermittelbescheid an die Evangelische Stadtgemeinde Stendal.

Die Millionenförderung soll der umfangreichen Sanierung des Doms einen deutlichen Schub geben. Das Bauwerk gehört zu den herausragenden Baudenkmälern Sachsen-Anhalts und prägt seit Jahrhunderten das Stadtbild der Hansestadt. Für Robra hat die Unterstützung nach Angaben des StendalMagazins auch eine persönliche Bedeutung: Bereits 2022 hatte er gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff zugesagt, sich für die weitere Sanierung einzusetzen.

Nächste große Bauphase ab Anfang 2027 geplant

Abgeschlossen ist die Sanierung damit allerdings noch lange nicht. Nach derzeitiger Planung soll die nächste große Bauphase Anfang 2027 beginnen. Zunächst steht die Fertigstellung der Südwestecke im Mittelpunkt. Danach sollen weitere Teile des imposanten Kirchenbaus folgen.

Besondere Priorität hat das Kirchenschiff. Dort sind umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten vorgesehen. Wände und Gewölbe sollen instand gesetzt, technische Leitungen erneuert und der Fußboden überarbeitet werden. Weil sich unter und im historischen Bauwerk wertvolle Zeugnisse seiner jahrhundertelangen Geschichte befinden können, sollen die Arbeiten archäologisch begleitet werden.

Dom bleibt wichtige Aufgabe für Stadt und Kirchengemeinde

Der Dom ist nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch eines der wichtigsten Wahrzeichen Stendals. Bekannt ist St. Nikolaus unter anderem für seine mittelalterlichen Glasmalereien, die mächtigen Türme und den historischen Innenraum. Diese Merkmale machen den Dom zu einem kulturellen Anziehungspunkt für Einheimische und Besucher.

Auch für die touristische Wahrnehmung Stendals spielt das historische Bauwerk eine wichtige Rolle. Die Sanierung soll dazu beitragen, das kulturelle Erbe der Stadt dauerhaft zu bewahren. Die nun bewilligten 5,4 Millionen Euro schaffen dafür eine wichtige Grundlage.

Weitere Finanzierungsfragen bleiben jedoch offen. Für zusätzliche Arbeiten, unter anderem im Bereich des Hohen Chores, werden weitere Mittel benötigt. Die Eigenmittel der Kirchengemeinde werden dafür voraussichtlich nicht ausreichen. Damit dürfte die Finanzierung auch in den kommenden Jahren ein zentrales Thema bleiben.

Mit der Fortsetzung der Arbeiten soll der Stendaler Dom auch für kommende Generationen erhalten werden. Seit Jahrhunderten gehört St. Nikolaus zur Silhouette der Hansestadt – als Ort des Gottesdienstes, der Begegnung und als sichtbares Zeugnis der Stadtgeschichte.