In Roxförde haben sich am Samstag viele Menschen zu einer Kundgebung für Demokratie und Toleranz versammelt. Das Bündnis „Jedes Jahr im Sommer“ hatte den Termin erstmals selbst festgelegt. Das sonst erwartete Sommerfest der AfD fand an diesem Tag offenbar nicht statt.
Vor dem Kirchplatz kündete ein knallpinker Banner die Veranstaltung an: „Jedes Jahr im Sommer – gegen das AfD-Sommerfest“. Doch nach Angaben der Organisatoren sollte der Tag nicht nur vom Protest gegen eine mögliche AfD-Veranstaltung geprägt sein. Im Mittelpunkt stand vielmehr ein Fest der Vielfalt – und die Frage, wofür sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einsetzen.
Termin erstmals selbst bestimmt
In den vergangenen Jahren hatte das Bündnis zunächst recherchiert, wann das AfD-Sommerfest stattfinden sollte. Auf einem privaten Grundstück bei Roxförde kamen dafür im Sommer mehrere Hundert Menschen zusammen. Anschließend legte „Jedes Jahr im Sommer“ den eigenen Kundgebungstermin fest.
In diesem Jahr sollte sich die Strategie ändern. Laut Marco Kühnel vom Unordnungsamt Kalbe ging es darum, selbst zu agieren und nicht lediglich auf das AfD-Fest zu reagieren. Deshalb habe das Bündnis den Termin vorab festgelegt. Nach Darstellung der Organisatoren wurde die Veranstaltung dadurch zu einem eigenständigen Fest für Demokratie und Vielfalt.
Unterstützung aus Roxförde und der Region
Viele Besucher kamen nach Roxförde, um ein Zeichen gegen rechte Hetze und für demokratische Werte zu setzen. Auch zahlreiche Einwohner des Ortes halfen bei der Vorbereitung und stellten unter anderem Tische und Bänke zur Verfügung. Menschen aus den Nachbarorten nahmen ebenfalls teil. Außerdem waren Politiker und Landtagskandidaten verschiedener Parteien vor Ort.
Annemarie Schmidt vom Bündnis für Demokratie sagte, das Dorf solle nicht allein gelassen werden. Nach ihren Angaben wird die Kundgebung jedes Jahr größer. Marco Kühnel zeigte sich darüber erfreut. Entscheidend sei nicht nur, wogegen die Anwesenden demonstrieren, sondern auch, wofür sie stehen.
Politiker warnen vor Rechtsextremismus
Sandra Hietel-Heuer, CDU-Landtagsabgeordnete und Landtagskandidatin, rief dazu auf, sich gemeinsam für die Demokratie einzusetzen. Sie bezeichnete die Demokratie als bedroht und forderte angesichts eines aus ihrer Sicht zunehmenden Rechtsextremismus eine klare Haltung.
Auch SPD-Landtagskandidatin Skady Herkenrath äußerte sich mit Blick auf den 6. September hoffnungsvoll. Sachsen-Anhalt sei zu schön, um es der AfD zu überlassen, erklärte sie.
Ob das AfD-Sommerfest in diesem Jahr lediglich an diesem Tag nicht stattfand oder vollständig ausfiel, geht aus dem Bericht nicht hervor. Sicher ist laut Quelle: Die Veranstaltung in Roxförde setzte den Schwerpunkt auf Demokratie, Toleranz und Vielfalt.