In Wahrenberg haben in diesem Jahr 38 junge Weißstörche den Sprung aus dem Nest geschafft. Die Jungvögel sind inzwischen in den Süden gezogen. Zwei von ihnen mussten zuvor gerettet und versorgt werden, nachdem sie von einem Horst am Elbehof gestürzt waren.

Über die diesjährige Entwicklung informierte Jan-Herbert Damm auf Anfrage der AZ. Während einige Altstörche noch in Wahrenberg geblieben seien, hätten die jüngeren Tiere den Weg in wärmere Regionen bereits angetreten.

Zwei Jungvögel wurden in Loburg betreut

Die beiden vom Horst gefallenen Störche konnten noch nicht richtig fliegen. Beschäftigte des Storchenhofs Loburg holten sie ab und übernahmen ihre weitere Betreuung. Nach Angaben aus Wahrenberg haben sich beide Vögel erholt und sind mittlerweile ebenfalls in den Süden unterwegs.

Für das Storchendorf fällt die Bilanz insgesamt positiv aus: In diesem Jahr wurden 22 Brutpaare gezählt. Mit mehr als 20 Nestern sei Wahrenberg bei den Störchen gut aufgestellt, wird Damm in dem Bericht wiedergegeben.

Neue Nisthilfen stoßen auf finanzielle Grenzen

Damm hat die Dokumentation des Bestands von Werner Mohr übernommen, der über viele Jahre als „Storchenvater“ tätig war und in diesem Jahr gestorben ist. Nach wie vor gebe es Einwohner, die auf ihren Grundstücken eine Nisthilfe aufstellen lassen möchten. Die Finanzierung erweist sich dabei jedoch häufig als Problem, auch wenn der Landkreis einen Beitrag leistet.

Dr. Thoralf Schaffer, Storchenbetreuer des Altkreises Osterburg, möchte Nisthilfen nicht auf Wahrenberg beschränken. Sie sollen nach seiner Zielsetzung überall dort möglich werden, wo die Großvögel geeignete Lebensbedingungen vorfinden und ihren Nachwuchs großziehen können.

Engagement für Dorf und Elbe

Der Wahrenberger Jan-Herbert Damm dokumentiert die Ankunft der Brutpaare und gilt als Ansprechpartner für die örtliche Storchenpopulation. Gemeinsam mit Jörg Kästner betreibt er außerdem die Kanustation Elbtalaue in Wahrenberg. Das Angebot umfasst Kanutouren auf der Mittelelbe; die Station ist offizieller Partner des Biosphärenreservats Mittelelbe.

Zudem initiierte Damm den Tag der offenen Höfe in Wahrenberg, der zweimal jährlich Besucher in das Elbdorf bringt. In der Vergangenheit engagierte er sich auch für die Wiederbelebung der Elbfähre zwischen Wahrenberg und Wittenberge. Dieses Vorhaben wurde jedoch nicht umgesetzt. Beruflich arbeitet Damm als Weidemanager auf Flächen im Seehäuser Ortsteil Beuster.