Schwarze Farbspritzer an der Hausfassade, beschmierte Fenster, zerstörte Kameras und gefährliche Metallsterne vor der Haustür: Eine 64-jährige Frührentnerin und ihr beeinträchtigter erwachsener Sohn leben in Wendemark nach eigenen Angaben seit Jahren in Angst. Das Polizeirevier Stendal bestätigte allein für das vergangene Wochenende zwei Einsätze. Die Fälle wurden an die Kriminalpolizei übergeben.

Beate Klaebe und ihr Sohn lebten nach eigenen Angaben rund 20 Jahre lang ungestört am Ortsrand von Wendemark. Seit etwa zwei bis drei Jahren werde ihr Grundstück jedoch immer wieder gezielt beschädigt. Zu den Vorfällen zählen ein beschädigtes Auto, eine offenbar beschossene Satellitenschüssel, zerschnittene oder anderweitig beschädigte Zäune sowie zerstörte Überwachungskameras.

Schwarze Symbole und zerstörte Strohpuppen

Besonders belastend sei der jüngste Vorfall am vergangenen Wochenende gewesen. Unbekannte besprühten die Fassade und Fenster des Hauses mit schwarzen Symbolen. Außerdem zerstörten sie zwei lebensgroße Strohpuppen, die auf einer Hollywoodschaukel standen.

Die wiederholten Angriffe wirken sich laut dem Bericht zunehmend auf den Alltag der Familie aus. Aus Angst gingen Mutter und Sohn häufig erst in den frühen Morgenstunden schlafen und ließen nachts im gesamten Haus das Licht eingeschaltet. Auch Angehörige und Bekannte mieden das Grundstück. Kinder und Enkelkinder kämen nicht mehr zu Besuch; selbst ein geplanter Swimmingpool für den Enkel sei nicht aufgestellt worden, weil der Junge befürchtet habe, dass er ebenfalls zerstört werden könnte.

Krähenfüße verletzen die Bewohnerin

Am vergangenen Wochenende entdeckte Klaebe auf dem Feldweg vor ihrem Haus sogenannte Krähenfüße. Die spitzen Metallsterne können Reifen beschädigen und Menschen verletzen. Nach Angaben der Familie bemerkte die Bewohnerin die Gegenstände zu spät, trat hinein und erlitt eine Schnittverletzung am Fuß. Sie musste im Krankenhaus behandelt werden. Bereits am Montagmorgen lagen erneut Krähenfüße vor der Garageneinfahrt.

Der Sachschaden habe sich inzwischen auf einen vierstelligen Betrag summiert, berichtet MDR. Hinzu kämen ähnlich hohe Kosten für Zäune, Kameras und weitere Sicherungsmaßnahmen. Klaebe lebt von ihrer Frührente und wisse nach eigenen Angaben nicht mehr, wie sie die Schäden und die zusätzlichen Schutzvorkehrungen bezahlen solle.

Kriminalpolizei ermittelt

Das Polizeirevier Stendal bestätigte die beiden Einsätze in Wendemark. Weitere Angaben machte die Polizei mit Verweis auf ermittlungstaktische Gründe zunächst nicht. Damit bleibt offen, wer hinter den Sachbeschädigungen steckt und ob die einzelnen Vorfälle miteinander zusammenhängen. Für die Familie bedeutet das: Die Ermittlungen laufen, während die Angst vor weiteren Angriffen und die finanziellen Belastungen anhalten.