Eine Spende von 10.000 Euro an die AfD und ein offener Brief gegen die eigene Partei sorgen in der Altmark für politische Diskussionen. Bernd Prange aus Heiligenfelde, Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe, kritisierte darin die CDU-Landesspitze und Ministerpräsident Sven Schulze. Mehrere Kommunalpolitiker aus Seehausen und Umgebung haben sich gegenüber der AZ zu dem Vorgang geäußert.
Prange ist nicht nur Bürgermeister, sondern arbeitet auch im Verbandsgemeinderat Seehausen sowie im Stendaler Kreistag. In seinem Schreiben wendet er sich nach Angaben der AZ insbesondere gegen den Umgang der CDU mit politisch linken Strömungen. Die Zeitung fragte deshalb Kommunalpolitiker, wie sie die Äußerungen und die Spende bewerten.
Zustimmung zum offenen Brief
Ronald Müller aus Beuster, der parteilos im Verbandsgemeinderat Seehausen sitzt, unterstützt Pranges Brief ausdrücklich. Er sieht darin ein Signal für die Unzufriedenheit vieler Bürger mit der bisherigen Politik und befürwortet den Schritt des Bürgermeisters.
„Ich persönlich unterstütze den Brandbrief von Bernd Prange ausdrücklich. Er hat den Mut, Dinge klar anzusprechen, die viele Menschen denken, sich aber nicht mehr zu sagen trauen.“
Auch Dirk John, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Seehausen und Mitglied des dortigen Verbandsgemeinderates, stimmt Prange laut AZ vollständig zu. John kündigte demnach an, die CDU möglicherweise bald zu verlassen, weil er mit ihrer Politik nicht einverstanden sei.
„Das Geld wird überall in der Welt verschleudert, nur für die Deutschen bleibt nichts übrig. Die Bürger müssen immer mehr bezahlen. Und die Sache mit der Brandmauer ist das Dümmste, was man machen kann.“
Scharfe Kritik an der AfD-Spende
Andere Kommunalpolitiker lehnen vor allem die finanzielle Unterstützung der AfD ab. Steffen Jüstel, parteiloser Gemeinderat der Altmärkischen Höhe, möchte sich nach eigener Aussage aus der Debatte heraushalten. Persönlich halte er es jedoch nicht für richtig, die AfD zu unterstützen.
Claudia Preuschoff, parteiloses Mitglied des Stadtrates Seehausen, bezeichnete Pranges Verhalten als „mehr als grenzwertig“. Die Spende schade ihrer Einschätzung nach der CDU und sei nicht nachvollziehbar. Wer mit seiner Partei unzufrieden sei, könne aus ihr austreten, erklärte sie laut AZ.
Besonders deutlich äußerte sich Michael Seide, parteiloser Bürgermeister der Gemeinde Zehrental. Er kritisierte, dass Prange Geld dafür gebe, dass die AfD gewählt werde, und stellte die Motive des CDU-Kommunalpolitikers infrage.
„Es ist ganz furchtbar, was passiert ist“
Seide ergänzte: „Das Land sei stabil, man müsse keine Panik machen.“ Damit stehen sich in der regionalen Debatte zwei Positionen gegenüber: Während einige Kommunalpolitiker Pranges Kritik an der CDU teilen, sehen andere in der AfD-Spende einen nicht akzeptablen Schritt.