Die Floßbauprojekte des Kunstituts haben in Arendsee so viele Kinder und Jugendliche erreicht, dass die vorhandenen Plätze nicht ausreichten. Nun wollen die Stadt und das aus Salzwedel stammende Kunstitut ihre Zusammenarbeit ausbauen. Im Sozialausschuss des Stadtrates wurden neue Ferienprojekte, mobile Angebote in den Ortsteilen und regelmäßige Kreativnachmittage diskutiert.
Eine Vertreterin des Kunstituts brachte darüber hinaus eine langfristige Vision ins Gespräch: ein schwimmender Kreativort auf dem Arendsee. Konkrete Pläne gibt es dafür allerdings noch nicht. Zunächst sollen kleinere und kurzfristig umsetzbare Projekte vorbereitet werden.
Mehr als 20 Kinder bauten eigene Flöße
Viele Menschen in Arendsee kennen das Kunstitut vor allem durch seine Aktionen am Wasser. Bereits im vergangenen Jahr bauten Kinder und Jugendliche am Segelverein eigene Wasserfahrzeuge. In diesem Sommer wurde das Strandbad zur offenen Werkstatt. Mehr als 20 Kinder konstruierten dort mehrere Flöße, gestalteten Fahnen und ließen ihre schwimmenden Werke anschließend auf dem See fahren.
Die große Nachfrage stellte das Projekt jedoch vor ein praktisches Problem. Nicht alle Interessierten konnten berücksichtigt werden. „Wir könnten das Ganze eigentlich verdoppeln“, sagte Koordinatorin Marion Dunker. Schon im Vorjahr waren die Teilnehmerzahlen begrenzt. Deshalb wechselte die Veranstaltung vom Gelände des Segelvereins in das größere Strandbad.
Der Vorsitzende des Sozialausschusses, Sven Schottenhamel, sieht in den Angeboten eine Chance für die Kinder- und Jugendarbeit. Es sei in der Vergangenheit nicht immer einfach gewesen, junge Menschen dauerhaft für Angebote zu gewinnen. Das Kunstitut bringe dagegen erprobte Formate und ein bestehendes Netzwerk mit.
Mobile Werkstätten statt eigener Einrichtung
Das Kunstitut versteht sich nicht nur als Anbieter einzelner Bastel- oder Ferienaktionen. Das Projekt entstand aus der Idee eines „Gläsernen Ateliers“, das kulturelle Angebote direkt zu Kindern und Jugendlichen bringt. Mobile Werkstätten und aufsuchende Arbeit sollen Hemmschwellen senken und jungen Menschen Räume zum Ausprobieren und Gestalten eröffnen.
Getragen wird das Projekt von einem Netzwerk rund um den Altmarkkreis Salzwedel, das Kunsthaus Salzwedel und weitere Partner. Freischaffende Künstler setzen Workshops und Veranstaltungen um. Nach Angaben der Koordinatorin gehört das Kunstitut zu den bundesweit geförderten Projekten des Programms „Aller.Land“. Die Finanzierung sei derzeit bis 2030 gesichert. Das ermögliche eine langfristige Planung und den Aufbau neuer Strukturen.
Für Arendsee sind verschiedene Modelle im Gespräch. Möglich wären einzelne Ferienprojekte, mobile Angebote in den Ortsteilen oder regelmäßige Kreativnachmittage. Als mögliche Räume wurden unter anderem das Haus des Gastes und weitere kommunale Einrichtungen genannt. Nach Einschätzung des Kunstituts ist dabei weniger ein eigenes Gebäude entscheidend als verlässliche Partner vor Ort.
Schulen, Kita und Ortsgestaltung als Partner
Im Ausschuss wurden bereits erste Anknüpfungspunkte genannt. Die Vorsitzende des Kita-Fördervereins regte gemeinsame Aktionen mit der Kindertagesstätte an. Auch eine Kooperation mit der Gemeinschaftsschule wurde diskutiert. Grundschulkinder seien besonders offen für kreative Angebote; über Schulen könnten zudem deutlich mehr junge Menschen erreicht werden.
Weitere Verbindungen könnten zu einer geplanten Verschönerungsinitiative entstehen. Dabei geht es um Ortsgestaltung sowie Umwelt- und Klimathemen. Denkbar wären Wandbilder, die Gestaltung öffentlicher Flächen oder gemeinschaftliche Bauprojekte.
Die Idee eines schwimmenden Ateliers auf dem Arendsee bleibt vorerst eine Vision. Anne Buch beschrieb damit jedoch eine Richtung, die über einzelne Veranstaltungen hinausgeht: dauerhaft sichtbare Orte und Projekte, die Kindern und Jugendlichen kreative Freiräume bieten.
Als nächste Schritte sind Gespräche mit Schulleitungen und weiteren möglichen Partnern vorgesehen. Wenn diese erfolgreich verlaufen, könnten bereits in den kommenden Monaten neue Kunstitut-Projekte in Arendsee beginnen.